Es wird noch lange dauern, bis das Bildungszentrum zur Großbaustelle wird. Die Sanierung der Innenstadt, das steht fest, hat Vorrang – und wird sich noch viele Jahre hinziehen. Trotzdem gibt es in den Sommerferien einige Veränderungen im Schulgebäude. Die Wand zu den alten Filmräumen hinter der markanten Uhr wird entfernt. Dadurch entsteht dort, wo früher viele Schüler in dunklen Räumen mit Bewegtbild geschult wurden, mehr offener Lernraum.

  • Nicht mehr ausgelastet: „Die Räume waren nicht mehr ausgelastet“, sagt Ralf Heinrich, Rektor des Thomas-Strittmatter-Gymnasiums (TSG). Heinrich kann in den Ferien einige wichtige Themen abarbeiten, während sonst, außer ein paar Bauarbeitern, kaum jemand im Schulhaus unterwegs ist. Die Veränderungen betreffen auch die Realschule, betont der Schulleiter. In der Zusammenarbeit mit den Kollegen denke man ganzheitlich und helfe sich, etwa bei Raumnot, auch gegenseitig aus. Am Platz der alten Filmräume entstehe Raum für Schüler, die eine Freistunde haben oder in Arbeitsgruppen zusammenkommen. Rund 80 Quadratmeter stünden dort künftig zur Verfügung. Dieser Umbau macht auch nötig, dass neue Schließfächer angeschafft werden, weil die alten aus Brandschutzgründen nicht mehr genutzt werden dürfen. „Die Schließfächer hatten Bestandsschutz, wenn aber gebaut wird, dann erlischt dieser“, so Ralf Heinrich. Insgesamt fließen rund 110 000 Euro in diese Maßnahme.
Die Räume liegen hinter der markanten Uhr. Die Klassenräume im hinteren Bereich bleiben aber erhalten. Die Wand dort fehlt nur vorübergehend.
Die Räume liegen hinter der markanten Uhr. Die Klassenräume im hinteren Bereich bleiben aber erhalten. Die Wand dort fehlt nur vorübergehend. | Bild: Ganter, Patrick
  • Medienwagen kosten 100 000 Euro: Im Obergeschoss verändern sich die Zuschnitte einiger Räume. Sie werden größer, um den Ansprüchen an modernes Lernen gerecht zu werden. Besonders wichtig ist für Ralf Heinrich auch, dass in den Herbstferien Medienwagen angeschafft werden können. „Damit soll gelingen, dass in allen Räumen die gleichen technischen Voraussetzungen gelten“, sagt er. Konkret heißt das beispielsweise, dass ein Lehrer auf die Inhalte zurückgreifen kann, die in der Unterrichtsstunde zuvor Thema waren oder die er zu Hause vorbereitet hat. Ohne USB-Stick und zu viele technische Hürden. Rund 100 000 Euro sollen in dieses Projekt fließen. Zunächst bezahle die Stadt einen Anteil, später sollen aber auch die vom Bundesbildungsministerium versprochenen Milliarden in diesen Topf fließen.
Gerüste statt Unterricht: Auch ohne Schüler tut sich was im Bildungszentrum.
Gerüste statt Unterricht: Auch ohne Schüler tut sich was im Bildungszentrum. | Bild: Ganter, Patrick
  • Trotz Warteschlange zufrieden: Dass die Schulen sich gedulden und hinter der Stadtsanierung anstellen müssen, ist für Ralf Heinrich unter den gegebenen Umständen zu verschmerzen. Er sagt: „Wenn die Großbaustelle gekommen wäre, hätte ich auf die konkreten Dinge länger warten müssen.“ Bei der großen Sanierung, so der Rektor, hätte man zunächst ins Gebäude investiert. Jetzt, ohne Großbaustelle, zunächst in die Ausstattung, wie eben den genannten Medienwagen.
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  • Abgang reißt Lücke: Mit dem Abgang von Zoran Josipovic, Schulleiter am Deutenberg-Gymnasium Schwenningen, ist am TSG eine Lücke entstanden. „Zoran Josipovic war Abteilungsleiter und zuständig für Fremdsprachen und die Kommunikation mit außerschulischen Partnern“, sagt Heinrich. Diese Aufgaben neu zu vergeben werde schwer. „Die Lehrerstunden sind aber ausgeglichen“, sagt Heinrich und blickt zufrieden Richtung neues Schuljahr.

Plan für die Schulen ist ausgearbeitet

  • Handlungsbedarf: Die Anforderungen an eine moderne Lernumgebung haben sich verändert. Schon seit 2014 wird deshalb schulübergreifend daran gearbeitet, wie ein neues Konzept aussehen kann.
  • Zwei-Phasen-Modell: Die Experten haben ein Zwei-Phasen-Modell erarbeitet. Dabei ist die erste Phase unumgänglich, auch wenn die Details noch nicht beschlossen sind. Phase zwei ist nur dann notwendig, wenn die Schülerzahlen stark sinken. Denn das hätte zur Folge, dass nicht alle Schulstandorte gehalten werden würden. Am ehesten würde dann die Rupertsbergschule aufgegeben werden.
  • Umsetzung: Die größte Veränderung in Phase eins ist für das Bildungszentrum absehbar. Der Gebäudeteil, in dem sich die Mehrzweckhalle befindet, würde nach oben erweitert werden. Zudem würde es Veränderungen im Bestand geben. Bei der Robert-Gerwig-Schule sind vor allem Sanierungen geplant. Zudem schlagen die Planer einen Gebäudetausch vor. Die Werkrealschule zieht in den Altbau an der Gerwigstraße, die Grundschule in den Neubau. Bei der Rupertsbergschule und der Grundschule Peterzell gibt es Instandhaltungsmaßnahmen.
  • Zeitplan und Kosten: Die Kostenprognose für die erste Phase liegt bei zwischen 23,5 und rund 35 Millionen Euro. Der Beginn soll nach der Stadtsanierung liegen, also erst in mehreren Jahren.