Fidelius Waldvogel alias Martin Wangler machte auf seiner Wanderbühnentour entlang der Donau seine zweite Station auf dem Hirzwaldbauernhof von Hansjörg Heinzmann. Beide waren vom enorm großen Besucherinteresse überrascht. Alle verfügbaren Sitzplätze waren belegt, die Zuschauer sicherten sich kurz vor Beginn die Stehplätze mit Bühnensicht und nahmen Balkone und Treppen in Beschlag.

In seinem neuen Programm "Nächste Ausfahrt: Heimat" beschäftigt sich Fidelius Waldvogel mit den unterschiedlichen Aspekten des Themas Heimat. "Heimat ist da, wo ich verstanden werde, auch wenn ich nichts sage", philosophierte er. Und darin seien die Schwarzwälder schließlich an der Spitze. Erst der Tourismus, sinnierte er weiter, brachte die Wälder dazu, mehr zu sagen als "Häh".

In seinem Programm lässt sich Fidelius Waldvogel über die Rotkäppchenepedemie im Schwarzwald und die Wolfsverniedlichung aus. Bild: Rita Bolkart
In seinem Programm lässt sich Fidelius Waldvogel über die Rotkäppchenepedemie im Schwarzwald und die Wolfsverniedlichung aus. Bild: Rita Bolkart

Einen Riesenspaß erlebte das Publikum, als Dialektworte ins Hochdeutsche übersetzt wurden und umgekehrt. Spätestens beim schamanisch angehauchten Entspannungszauber für mehr Offenheit tobte das Publikum. Martin Wangler verknüpfte in seinen Ausführungen oft das eigentlich Dramatische mit Galgenhumor. Etwa als er für die "Touristenbelustigung" einen Gang durch die AKWs Beznau und Fessenheim als strahlenden Urlaubs-Höhepunkt vorschlug oder auch, als er sich über die Rotkäppchen-Epidemie der Bollenhutträgerinnen im kompletten Schwarzwald lustig machte. Außerdem besang er mit viel Leidenschaft das Höllental, die Schwarzwälder Mundart und demonstrierte, wie der Schwarzwälder Speck nun richtig gegessen wird.

Der Auftritt von Fidelius Waldvogel auf dem Hirzwaldbauernhof zieht die Zuschauer an. Neben dem gestuhlten Bereich sind sämtliche Balkone und Stehplätze, die einen Blick auf die Bühne bieten, besetzt. Bild: Rita Bolkart
Der Auftritt von Fidelius Waldvogel auf dem Hirzwaldbauernhof zieht die Zuschauer an. Neben dem gestuhlten Bereich sind sämtliche Balkone und Stehplätze, die einen Blick auf die Bühne bieten, besetzt. Bild: Rita Bolkart

Wangler fand auch kritische Worte, etwa zum Thema Wolf. Der sei kein Kuschel- und kein Nutztier, sondern bedrohe die Weidetierhaltung im Schwarzwald. Zur Flüchtlingsproblematik meinte er: "Kein Mensch verlässt seine Heimat mir nichts, dir nichts" und bezeichnete es als oberste Christenpflicht, den Verfolgten zu helfen. Mit einem Riesenapplaus entließ das Publikum schließlich nach fast drei Stunden Fidelius Waldvogel auf seine Weiterfahrt. Der bedankte sich bei Hansjörg Heinzmann und seiner Familie, die das Gastspiel in Brigach ermöglicht hatten.