Die Pläne für den St. Georgener Ringbahnanschluss werden immer konkreter. Bei der vergangenen Sitzung des Kreistagsausschusses für Verwaltung und Wirtschaft stimmten alle Fraktionen dem Ausbau des Zuges über die Bergstadt zu. Das Projekt könnte sich lohnen: Zwar wäre der Anschluss mit hohen Investitionen verbunden, laut Machbarkeitsgutachten der Firma SMA könnte sich die Erweiterung aber lohnen.

Rund 600 000 Euro Einnahmen

Georges Rey, Leitender Gutachter beim Thema Ringzug St. Georgen, stellt in seinem Gutachten fest: Die Erweiterung brächte rund 600 000 Euro mehr Betriebserlöse ein. Die Betriebskosten könnten allerdings zwischen 935 000 und 1,8 Millionen Euro mehr werden. Warum sich die Investition trotzdem rechne, begründete Rey etwa mit den sogenannten Ausgleichsbeträgen, die rund eine Million Euro in die Kassen spülen könnten. Die Ringzugerweiterung nach St. Georgen könnte als Vorstufe zum Mammutprojekt „Zukunft der Ringbahn“ angesehen werden.

Elektrischer Triebwagen geplant

Darüber hinaus stellte Georges Rey noch andere Zahlen und Fakten vor: Für den Ausbau der gesamten Ringzug-Strecke, inklusive der nach St. Georgen mit Variante C4, die eine einheitliche Fahrzeugtechnik und einen elektrischen Triebwagen vorsieht, müsse man 95 Millionen Euro in die Hand nehmen. Trotzdem sprachen sich die Fraktionen des Ausschusses für diese Variante aus.

Der Ringzug soll künftig elektrisch bis nach St. Georgen fahren. <em>bild: SK</em>
Der Ringzug soll künftig elektrisch bis nach St. Georgen fahren. Bild: SK

Manfred Scherer befürwortet Anschluss

„Als St. Georgener spreche ich mich natürlich für den Ringzug-Anschluss aus“, sagte Manfred Scherer auf Nachfrage des SÜDKURIER. Eines seiner Hauptargumente für das Projekt sei die stark befahrene Bundesstraße 33. „Wenn wir diese Verbindung hätten, dann wär die B 33 stark entlastet.“ Laut Scherer sei bei der jüngeren Bevölkerung der Trend zu öffentlichen Verkehrsmitteln spürbar. „Mit der Ringzug ist man nicht mehr auf ein Auto angewiesen. Die jungen Menschen wünschen sich das“, so Scherer.

Mit dem Ringzug zum Arzt

Aber auch die mittlere und ältere Bevölkerungsschicht würde laut Scherer von dem Ringzug-Anschluss profitieren. Da die Ärzteversorgung in St. Georgen dürftig und die Krankenfahrdienste oft ausgelastet seien, kämen Kranke mit dem Zug leicht in größere Städte. Der Ringzug sei für jeden relevant.

Anbindung an Stuttgart attraktiv

„Wer heute mit dem Zug nach Stuttgart fahren möchte, nimmt eine Weltreise auf sich“, sagte Scherer. Mit dem Anschluss des Ringzuges sei man schnell und umweltfreundlicher als mit dem Auto in der Landeshauptstadt. Auch das mache St. Georgen für junge Menschen attraktiver.

Stadtverwaltung sieht Vorteile für Pendler

Auch die Stadtverwaltung St. Georgen befürwortet den Anschluss des Ringzuges. Kämmerer Stefan Fix stellte die positiven Auswirkungen für Pendler in den Vordergrund. „Es ist für viele Pendler wichtig, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln flexibel zu sein“, sagte er. Der Ringzug fahre grundsätzlich halbstündig. Derzeit verlassen die Züge jedoch nur alle 60 Minuten den Bahnhof der Bergstadt. „Der Ringzug-Anschluss wäre für uns ein großer Meilenstein, um St. Georgen attraktiver zu machen“, so Fix.