Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Mittwoch darüber abgestimmt, Verhandlungen mit der Hochschwarzwald Tourismus GmbH (HTG) zu führen. Dies hätte zur Folge, dass St. Georgen den Ferienland-Verbund, über den die touristische Vermarktung bisher lief, verlassen wird. Bereits am Dienstag hatte Bürgermeister Michael Rieger alle St. Georgener Gastgeber über den Schritt informiert. Schon vor Wochen gab es unter ihnen eine Abstimmung über die Zukunft der Vermarktung der Bergstadt – pro Hochschwarzwald. Furtwangen, Schonach und Schönwald, die Mitgliedsgemeinden des Ferienlandes, haben sich ebenfalls für den Schritt Richtung Hochschwarzwald entschieden.

Aufgrund der hohen Kosten und eines Wechsels auf der Stelle des Ferienland-Geschäftsführers hatte man sich Gedanken über die weitere Zukunft gemacht und sich schließlich zu genanntem Schritt entschlossen. Julian Schmitz hatte den Posten seit 2013 inne und für dieses Jahr seinen Abschied angekündigt. Kein Geheimnis: In St. Georgen war man mit der Arbeit des Ferienlandes in den vergangenen Jahren im Prinzip zufrieden. Der Tourismus in St. Georgen hat auch auf die kommenden Jahre gesehen eine gute Perspektive.

Beitrag wäre höher

Der Beitrag der Stadt St. Georgen würde künftig in gleicher Höhe an die HTG fließen. Damit abgedeckt ist ein Marketingbeitrag und Personalkosten. Er beträgt im Haushaltsjahr 2018 insgesamt 141 000 Euro. Hinzu kommt eine sogenannte "Management Fee", eine Gebühr für das übergeordnete Management. Sie beträgt rund zehn Prozent des bereits genannten Betrags, also derzeit 14 000 Euro. In den ersten fünf Jahren müsste St. Georgen außerdem eine Infrastrukturabgabe von jährlich 9000 Euro leisten. Insgesamt also 45 000 Euro. Nach fünf Jahren entfällt diese Gebühr ersatzlos. Die Infrastrukturabgabe deckt Kosten für Technik und Werbematerialien ab.

Kein Alleingang

Bürgermeister Michael Rieger bekräftigte, dass es für die Stadt keinen Sinn mache, die Vermarktung selbst in die Hand zu nehmen. "Auf diese Weise könnten wir das bisherige Niveau nicht halten", so der Bürgermeister. St. Georgen sei nun als letzte Kommune an der Reihe, eine Entscheidung zu treffen. Oliver Freischlader machte in der Diskussion vor allem darauf aufmerksam, dass bei einem möglichen Beitritt zur HTG zwingend eine Regionalisierung notwendig sei. Beispielsweise durch eine regionalisierte Betreuung der Gastgeber und eine Tourismuskarte. Auch sei wichtig, den Mitarbeitern der Tourist-Information Sicherheit zu geben. Guido Santalucia betonte, dass ihm die Entscheidung, das Ferienland aufzugeben, schwer falle. Der Beschluss des Rates fiel letztlich einstimmig aus. Eine endgültige Entscheidung wird noch folgen.