Derzeit findet im Deutschen Phonomuseum die Sonderschau zu Revox-Tonbandgeräten statt. Aus Aktualitätsgründen und vor allem, um dem großen, europaweiten Zuspruch entgegenzukommen, hat sich der Arbeitskreis Deutsches Phonomuseum dafür ausgesprochen, die Sonderschau bis zum 17. September geöffnet zu halten. Der Initiator der Sonderschau, Wolfgang Arno Winkler, hat zugesagt, am Sonntag, 3. September um 15 Uhr im Deutschen Phonomuseum eine Kurzbiografie zu Willi Studer zu geben. Denn Studer ist ein genialer Erfinder, der als gelernter Radiotechniker mit wegweisender Tonbandtechnik die Tonbandgeräteproduktion umgekrempelt hat. Ein im Museum ausgelegtes Gästebuch gibt einen Überblick, woher die Besucher gekommen sind. In einer Nachfolge-Sonderschau wird auf die Entwicklung der Plattenwechsler eingegangen.

Wird Wolfgang Arno Winkler gefragt, wie er zur Tonbandtechnik und vor allem zu Studer gekommen ist, schlägt er einen Bogen in seine spätere Jugendzeit, als Siegfried Bertsch Volkshochschulkurse zur Tonbandtechnik angeboten hat. Winkler war ebenfalls einer der Teilnehmer, der sich für das Thema interessierte.

Um den Besuchern mehr zu Willi Studer anbieten zu können, hat Wolfgang Arno Winkler eine 16 Seiten umfassende Broschüre herausgebracht, worin wichtige Stationen des Erfinders beschrieben sind. Der 1912 in Zürich geborene Wilhelm Mosimann wuchs bei Pflegeeltern auf und mit 14 Jahren konnte er deren Namen Studer übernehmen. Mit 19 Jahren gründete Studer seine erste Firma, baute Radioempfänger, die allerdings zu gut und zu teuer waren. Zur Tonbandtechnik kam Willi Studer 1949, als die ersten Geräte aus den USA importiert wurden. Im Auftrag des Importeurs richtete Studer diese Geräte für den europäischen Markt her. Studer wollte lieber selbst konstruieren und bauen. Der Importeur bestellte 500 Geräte, womit der Start für die Dynavox-Geräte eingeläutet war. Bereits Ende 1949 war das erste Amateur-Tonbandgerät serienreif. Die Zahl der Mitarbeiter konnte 1950 deutlich gesteigert werden.

Wolfgang Arno Winkler hat sich als überaus engagierter Amateur an die 22 Jahre der Tonaufzeichnung gewidmet. Selbst benutzte er Studer-Revox Halbspur-Tonbandgeräte, weil diese die größtmögliche Sicherheit boten. So manches Tondokument entstand auf diese Weise und vor Jahren verkaufte Winkler auf dem Weihnachtsmarkt Konzertmitschnitte von Konzerten in St. Georgen. Als Technikfreak investierte Winkler in neue, noch besser geeignete Gräte.

"An die eineinhalb Jahre habe ich die Ausstellung vorbereitet", berichtet Wolfgang Arno Winkler. Eine große Stütze war hierbei die Deutschland-Vertretung von Revox in Villingen. Von dort stammen einige der ausgestellten Geräte. Dort können auch noch Reparaturen an Revox-Geräten durchgeführt werden, erläutert Winkler. Sogar die Type PR 99 kann in Villingen noch gebaut werden. Noch heute sind Revox-Tonbandfreunde mehr als überzeugt vom Produkt, das in zahlreichen Wohnzimmern in Deutschland noch seinen Dienst tut.

Revox-Betriebsstätten

In Löffingen wurde 1966 das erste Werk in Deutschland gebaut. Lautsprecher wurden ab 1968 in Ewattingen gebaut und die Motorenfertigung erfolgte ab 1970 in Bonndorf. Die Teile- und Baugruppenfertigung für Plattenspieler entstand ab 1973 im Werk in Bad Säckingen. Unter dem Namen Studer werden Studiogeräte gebaut, während Revox für den gehobenen semiprofessionellen Amateurbereich steht. (wm)