Im Mittelpunkt für Rettungsorganisationen wie Feuerwehr, Rotem Kreuz, Technischem Hilfswerk und DLRG stand St. Georgen am Donnerstag. Beim Virtual Fires Congress, der Fachtagung für virtuelle und erweiterte Realität und Simulation, bekamen die rund 120 internationalen Vertreter neue Impulse und Möglichkeiten für das digitale Einsatztraining aufgezeigt.

Die Bedeutung des Virtual Fires Congress (VFC) nicht nur für St. Georgen, sondern für das Land Baden-Württemberg, wurde durch den Besuch von Staatssekretär Wilfried Klenk vom Innenministerium unterstrichen. In seinem Grußwort ging er auf die Bedeutung der Fachtagung ein, die mit der Digitalisierungsoffensive des Landes einhergehe. Bürgermeister-Stellvertreter Hansjörg Staiger freut sich, dass St. Georgen mit der Einrichtung eines Digital Hub, eines digitalen Knotenpunktes, als einer von zehn Standorten in Baden-Württemberg eine besondere Stellung im Schwarzwald-Baar-Kreis einnehmen wird und hierfür im Februar die Förderzusage erhalten hat. Martin Zimmermann, Geschäftsführer des Virtual Dimension Centers (VDC), das maßgeblich an der Gestaltung des Projekts mitgewirkt hat, erläuterte in seinem Fachvortrag das Zusammenspiel unterschiedlicher Komponenten in diesem Digital Hub. "Wir wollen hier Komponenten der Akteure zusammenführen." Konkret besteht der digitale Knotenpunkt aus drei Punkten. Zum einen können Gründungswillige im Technologizentrum ein halbes Jahr kostenlos die dortige Infrastruktur nutzen. Zweiter Punkt ist der Bereich Forschung, bei der die Hahn-Schickard-Gesellschaft mit im Boot ist. Ein dritter Punkt ist ein Aus- und Weiterbildungszentrum für Ausbildung und Training von Einsatzkräften. "Hier gibt es auch Gespräche mit dem Landkreis", sagte Zimmermann im Vorabgespräch mit dem SÜDKURIER. In St. Georgen wurde hier bereits gemeinsam mit der Feuerwehr eine Lernplattform entwickelt. Ab Herbst soll das Schulungsangebot starten mit einem Kurs für den virtuellen Pumpenmaschinisten-Lehrgang.

In den Impulsvorträgen der Fachreferenten wurden neu- und weiterentwickelte Möglichkeiten der virtuellen Möglichkeiten dargestellt. Ob als Unterstützung digitale Unterstützung der Krisenstabsarbeit, wo unterschiedlichste Katastrophenszenarien eingespielt werden können, bis zur virtuellen Unfall- und Tatortrekonstruktion. Bei letzterer können beispielsweise Blutspur-Muster und Geschossbahnen an Tatorten unter Einsatz dreidimensionaler Scans in Simulationen umgewandelt werden. Ermittler können dann im virtuellen Raum Situationsbedingungen nachgehen und Spuren suchen ohne am realen Tatort sein zu müssen.

Nachdem der gestrige Tag mit Seminaren und Fachvorträgen ausgefüllt war, unternehmen die Teilnehmer am heutigen Freitag eine Exkursion zu den Forschungslaboren der Hochschule Furtwangen University (HFU).