St. Georgen (boe) Gabi Höfflin aus Peterzell strahlt. Ihr Enkel hatte in zweieinhalbjähriger Unschuld wissen wollen, wie die alte Spieluhr funktioniert, danach rührte sie sich nicht mehr. Dieter Stockburger haucht ihr in einer guten halben Stunde wieder Leben ein. "Mein Enkel bekommt die aber nicht so schnell mehr zu sehen", verspricht sie strahlend. Es ist der erste Samstag im Monat und im Werkraum des Technologiezentrums (TZ) ist seit 10 Uhr das Reparaturcafé geöffnet. Elke Bäsch ist die Erste, sie bringt eine schöne alte Reklameuhr mit, die bisher ihre Küche zierte. Der Zeitmesser fiel herunter und stellte seinen Dienst ein "Zu schade zum Wegwerfen", meint Bäsch, "sie fehlt mir in der Küche". Karl Dold gibt sich alle Mühe, doch sie muss die Uhr wieder mitnehmen. Wenn sie eine bestimmte Welle dafür besorgt hat, kommt sie wieder. Dass auf dem Empfangstisch des Reparaturcafés, an dem Birgit Samletzki von der evangelischen Bezirksstelle 55+ heute sitzt, Visitenkarten von Ersatzteillieferanten liegen, gehört zum Service.

In einheitlichen Sweatshirts mit dem Logo der Initative und ausgerüstet mit Namensschildern und eigenem Werkzeugkasten kümmern sich an diesem Samstag zwölf Ehrenamtliche um rund 20 defekte Gegenstände. Repariert oder mit Anleitungen zur Selbsthilfe versehen werden neben elektrischen Geräten, Haushaltsgegenständen auch Fahrräder, Spielzeug und Kleidungsstücke. So bringt Jürgen Merz mit ein paar Löttropfen einen alten Fernseher wieder in Gang. Irmgard Lupfer und Traudel Maier widmen sich mit Nähmaschinen, Vorräten an Nadeln, Nähseiden und viel Fachkenntnis einer Seidenjacke, die beim Bügeln einriss. Mit der Besitzerin wird das Problem gelöst – man kann vom Schaden nichts mehr sehen.

Kurt Obergfell aus St. Georgen besitzt eine Racing-Bahn, aber zwei Miniautos verweigern den Dienst. Nach zwei Handgriffen und angewandtem Fachwissen seufzt er erleichtert: "Schön, da muss ich nicht nach Waldkirch fahren", und steckt einen Geldschein ins Sparschwein am Ausgang. Der Reparatur-Service ist kostenlos, Spenden sind gern gesehen. Auch dass Dieter Stockburger den Kran, den Beate Kaltenbach, Tagesmutter aus Tennenbronn, mitbringt, bei sich daheim mit einem neuen Kabel versehen will, gehört zum Angebot.

Glücklich sind an diesem Feriensamstag auch die Helfer: "Wir haben Freude am Beruf und Helfen, wollen Altes wieder zum Laufen bringen und so vor der Schrottpresse retten." Selten ist ein Teil irreparabel. Linus Dold: "Wir bekamen einen Staubsauer, mit dem Wasser aufgesaugt wurde. Der war innen total verschimmelt. Da ging nichts mehr." Ein Problem anderer Art löst an diesem Samstag Jörg Westermann, Rektor der Robert-Gerwig-Schule. Er vertritt seine Schüler, die das Café der Einrichtung betreiben. Die haben aber Ferien, deshalb gibt statt Kuchen eben Brezeln – aber vom Schul-Chef.