Wer hat viel, wer hat mehr, wer hat am meisten? Rankings zu Reichen und Superreichen haben hohen Unterhaltungswert. Mit Wonne fährt der Zeigefinger die langen Listen ab und das Normalverbraucher-Hirn tut sich schwer, sich vorzustellen, dass die rote 37,00 an der Spitze eigentlich für eine Vermögen von 37 000 000 000 Euro steht. Den Blick auf das Reichtum fremder Leute hat in der Septemberausgabe das deutsche Wirtschaftsmagazin Bilanz gewagt. Mit dem Anspruch, Transparenz zu schaffen, sind die 1000 reichsten Deutschen gelistet. Bei allen Angaben, so die Macher, handle es sich um Schätzungen, die aus verfügbaren Bilanzen, Archiven und Dokumenten erstellt werden konnten.

Wenn man sich in Baden-Württemberg umschaut, muss man nicht weit suchen: 177 der 1000 Superreichen leben dort. Auch Dieter Schwarz, dem Lidl und Kaufland gehören. Ihm ist die 37,00 an der Bundesspitze zuzuordnen. Die Schrauben-Dynastie Würth in Künzelsau sind mit 15,1 Milliarden die Nummer zwei im Ländle, gefolgt von den SAP-Gründern Hasso Plattner (9,0) und Dietmar Hopp (8,3). Auch wer schon viel hat, freut sich über märchenhafte Zuwächse. Den in Nordrhein-Westfallen gelisteten Familien der Aldigründer Karl und Theo Albrecht wird ein Vermögenszuwachs von 3,5 Milliarden Euro zugerechnet: binnen eines Jahres.

Weiter geht es in Baden. Die Familie Hubert Burda mit Sitz in Offenburg und München verfügt über 3 Milliarden Euro; Götz Werner, der in Karlsruhe ansässige Besitzer der DM-Drogeriemärkte kann sich über 1,75 Milliarden Euro freuen; die Familie Sick mit ihrem gleichnamigen Sensortechnik-Unternehmen steht ebenso für 1,3 Milliarden Euro wie Gudrun Heine, Tochter des Tuttlinger Medizintechnik-Pioniers Karl Storz. Deren Schwester Sybille Storz taucht 42 Plätze später mit 1,0 Milliarden Euro auf. Aufgeführt sind auch die Vermögen der Besitzerfamilien von ebm-papst. Die Famiie Ziehl besitzt 1,2 Milliarden Euro, die Familie Gerhard Sturm wird auf 650 Millionen Euro taxiert und die Familie Thomas Philippiak auf 500 Millionen Euro. Die Zuwächse beliefen sich in einem Jahr jeweils auf 50 Millionen Euro. Ganz in der Nachbarschaft ist Hans Joachim Steim aus Schramberg (Kern-Liebers, Junghans) gelistet. Ihm sollen 300 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Fehlt der Blick auf die „alten“ Reichen. Die Familie Christian zu Fürstenberg steht mit 450 Millionen Euro im Bilanz-Ranking. Ohne Veränderungen zum Vorjahr.

Am Ende erlauben wir uns einen Ausflug in die Welt des Sports und verlassen dabei das Ländle. Motorsport schlägt Fußball. Die Familie Michael Schumacher verfügt über 650 Millionen Euro, während sich Sebastian Vettel mit 200 Millionen begnügen muss. Hinten steht der "Kaiser": Franz Beckenbauer mit 90 Millionen auf Platz 1000.

jens.wursthorn@suedkurier.de