Bis zu eine Million Euro Landesförderung winken einem Digitalprojekt unter dem Dach des Technologiezentrums (TZ). Mit einem regionalen "Digital Hubs" rücke das TZ und die Stadt enorm in den Fokus der Entwicklung, meint Martin Friedrich, Vorstand der PE-Stiftung und Geschäftsführer des TZ. Regionale Digital Hubs dienen laut der Ausschreibungsbroschüre des Wirtschaftsministeriums als Kristallisationspunkte für digitale Innovationen und Anlaufstellen für die digitale Transformation in verschiedenen Regionen Baden-Württembergs.

Als Träger und Betreiber der regionalen "Hubs" sind Konsortien vorgesehen. 16 Projektpartner haben sich für die Bewerbung im Bereich Schwarzwald-Baar-Heuberg zusammengefunden. Elf Konsortien haben sich laut Friedrichs Informationen bis zum Bewerberschluss Mitte November beworben. Noch in diesem Monat sollen die Gewinner verkündet werden. Zum Zuge kommen sollen bis zu sechs Bewerbungen. Sie können über einen Zeitraum von drei Jahren mit einer Fördersumme von bis zu 1 Million Euro rechnen. Gegenüber stehen muss jedoch eine Kofinanzierung aus eigener Kraft in gleicher Höhe.

Ein Konzept liegt vor, an Ideen mangelt es nicht. Für Friedrich wäre damit eine ideale Ergänzung für das Technologiezentrum gegeben. Eine Neuerung wäre ein "Inkubator". Das Bild des Brutkastens im medizinischen Bereich passt hier in den ökonomischen. In einer Stufe vor dem eigentlichen "Start-up" dürften Interessenten über einen definierten Zeitraum kostenlos die Räumlichkeiten des TZ nutzen. Der Weg zur Firmengründung wäre assistiert mit Büroflächen, schneller Internetanbindung und vor allem Beratungsmöglichkeiten. Wenn es darum geht, einen Businessplan zu erstellen oder externe Digitalleistungen nötig werden, kann auf das Know-how im Konsortium zurückgegriffen werden.

Zweiter Ansatz wäre der Aufbau eines digitalen Lernlabors, in dem einzelne Berufsgruppen geschult werden können. Friedrich nennt hier digitale Einsatzszenarien für Feuerwehrleute oder einen digital aufbereiteten Unterrichtsstoff für Lehrer. Im Grund wäre dies die institutionalisierte Form dessen, was seit Jahren beim Virtual Fires Congress oder mit den durch die hiesige Firma Imsimity entwickelten Unterrichtsmodule gezeigt wird.

Das Wirtschaftsministerium legt Austausch und gegenseitges Nutzen im "Hub" breit an. Hier sollen sich verschiedene Wirtschaftsbereiche vernetzen und die interdisziplinäre Zusammenarbeit gefördert werden. Ziel ist die Entwicklung digitaler Innoviationen und neuer Geschäftsmodelle. Dazu gehören Patenprogramme, Kooperationen mit Industrie und Handwerk oder die Einbeziehung örtlicher Ausbildungssstätten.

Dazu braucht diese Vernetzung Entfaltungsmöglichkeiten: Experimentierräume, Laboratorien, Lern- oder Informationsräume ebenso wie Veranstaltungsräume. Das Ministerium nennt hier Hackathlons, wie gemeinsame Hard- oder Softwareveranstaltungen genannt werden, oder ähnliches. Im TZ ließen sich diese Flächen ausweisen, hofft Friedrich auf den Zuschlag.

Das Konsortium

16 Partner bilden ein Konsortium, die das regionale Digital Hub umsetzen möchte: Hahn-Schickard-Gesellschaft für angewandte Forschung, Industrie- und Handelskammer Schwarzwald-Baar-Heuberg, Virtual Dimension Center TZ St. Georgen, bwcon, PE Stiftung, TechologyMountains, Hochschule Furtwangen, Handwerkskammer Konstanz, Hochschule Offenburg, MedicalMountains, Wirtschaftsförderungsgesellschaft SBH, Staatliche Feintechnikschule, Gewerbeschule VS, Duale Hochschule Baden-Württemberg, Sicos BW, Regionalverband Schwarzwald-Baar-Heuberg. (wur)