Wenn Alexander Tröndle vom Stadtbauamt derzeit aus seinem Büro im Rathaus in Richtung Schulstraße sieht, dann denkt er bereits jetzt ab und zu an Weihnachten. Und zwar dann, wenn sein Blick auf die Baustelle fällt, auf der vor gut einem halben Jahr noch das ehemalige Torwartshaus gestanden hat.

Das könnte Sie auch interessieren

Das alte, geschichtsträchtige Torwartshaus, oder, je nach dem mit wem man spricht, auch einfach nur das baufällige Gebäude in der Schulstraße 2 bis 4, wurde Ende des vergangenen Jahres abgerissen. Bereits damals wurde überlegt, was mit dem brachliegenden Gelände mitten in der Stadt dann passieren soll. „Grauen Pflaster“, hatte Alexander Tröndle damals gesagt, „hat die Stadt genug“.

Ein wenig Grün sollte her. Und ein wenig Grün kam. Zunächst bereits im Dezember in der Form eines spontan von der Stadt besorgten Weihnachtsbaums, der auf dem leerstehenden Gelände provisorisch aufgebaut wurde. Das wiederum kam bei den Bürgern und allen Beteiligten so gut an, sagt Tröndle, dass künftig immer ein Weihnachtsbaum an dieser Stelle stehen soll. „Es wurde ein richtiges Weihnachtsbaumfundament gegossen.“ Außerdem wird eine richtige Baumhülse mit Stromanschluss angebracht werden.

Damit es aber nicht nur im Winter grünt, wird derzeit eine komplette Rasenfläche angelegt. Dafür zuständig ist der städtische Bauhof. Seit einigen Wochen arbeiten die Mitarbeiter Stück für Stück die einzelnen Aufgaben ab. Um kurz nach zwölf kommt am Mittwochmittag Mike Hänsel mit einer weiteren Ladung Humus angefahren. Mit seinem Kollegen Karl-Heinz Schuhenn ist er für den Boden zuständig.

Dann übernehmen die Kollegen von der Stadtgärtnerei. Rollrasen soll gelegt werden, ein paar Blumen gepflanzt und oberhalb des Geländes, in Richtung Gerwigstraße, sollen noch Bänke angebracht werden. „Ich stehe dem Bauhof auf den Füßen rum“, sagt Alexander Tröndle. Wenn es nach ihm geht, dann soll alles bis Pfingsten fertig sein.

Das Budget für die Wiederherstellung der Fläche, so war es im Gemeinderat vereinbart worden, beträgt rund 20 000 Euro. Das einzuhalten sei kein großes Problem gewesen, sagt Tröndle. „Die Materialien sind von hier.“ Sie haben die alten Sandsteine vom Torwartshaus verwendet, die Kellermauern und das Pflaster wurden vor dem Abriss aus- und jetzt wieder eingebaut. Die Bepflanzung erfolgt durch die Stadtgärtnerei. Auch da halten sich also die Kosten in Grenzen.

Ob die Grünfläche in dieser Form dort bleiben wird, das werde sich noch zeigen. Ausgeschlossen ist es nicht, sagt Tröndle, dass dort einmal etwas anderes hinkommen wird. „Wir schaffen hier eine Art Provisorium, das Bestand haben könnte.“ Ob es Bestand haben wird, das wird sich im Rahmen der Stadtsanierung zeigen.

Wenn man dann den Bedarf sehen würde, den Platz anders zu gestalten, damit er in das gesamte neue Stadtbild besser passen würde. Allerdings werden diese Überlegungen erst dann angestellt werden, wenn die Gestaltung der Gerwigstraße auf dem Plan steht. „Und bis dahin“, sagt Alexander Tröndle, „gehen sicher noch zehn Jahre ins Land“.