Fenster, die sich nicht öffnen lassen, zu wenige Rettungswege und fehlende Treppenabgänge haben dazu geführt, dass das Hauptgebäude der Firma Grässlin an der Bundesstraße in St. Georgen in den vergangenen Tagen nur eingeschränkt genutzt werden konnte. Brandschutzexperten haben bei einer Inspektion erhebliche Mängel festgestellt und das Gebäude in Teilen umgehend stilllegen lassen.

Festgestellt wurden die Mängel vor anderthalb Wochen bei einem Brandschutzaudit durch Brandschutzexperten des Landkreises und der Feuerwehr. Betroffen waren insbesondere Büroräume in den oberen Stockwerken. Da sich dort Fenster nicht öffnen lassen und laut geltender Brandschutzverordnung eine zweite Fluchttreppe fehlt, wurde die Etage bis zur Behebung der Mängel gesperrt.

„Daraufhin hat die Geschäftsleitung umgehend reagiert, die Sicherheit unserer Mitarbeiter geht schließlich vor“, erklärte Dorothea Fichter-Fechner von der Unternehmenskommunikation dem SÜDKURIER. Etwa die Hälfte der 60 Mitarbeiter seien betroffen, die nach der Auflösung des Produktionsstandorts in Peterzell noch bei Grässlin in St. Georgen beschäftigt sind.

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Ein Teil dieser Büromitarbeiter arbeitete demnach von zu Hause aus. Andere zogen in freie Räume in den unteren Etagen. Dass bei einem über 50 Jahre alten Gebäude Mängel bezüglich des Brandschutzes festgestellt werden, kann die Sprecherin nachvollziehen. „Die Fenster ließen sich damals nicht öffnen, weil die Räume klimatisiert waren.“ Auch ein zweiter Fluchtweg war damals nicht Pflicht.

Wie Fichter-Fechner sagt, sind nun Handwerker dabei, die Mängel zu beheben. „Wir haben Glück, dass wir so kurzfristig überhaupt Handwerker bekommen haben.“ Sie rechnet damit, dass die Mitarbeiter von ihren ausgelagerten Arbeitsplätzen bereits heute wieder in das Unternehmen zurückkehren können. „Vielleicht können noch nicht alle Mitarbeiter direkt an ihre Arbeitsplätze, wenn die Maßnahmen noch nicht ganz abgeschlossen sind. Dann wird auf andere Räume ausgewichen, freie Räumlichkeiten haben wir genug.“