Paul Dieter Auer wird am 23. Juli St. Georgen verlassen. Der Pfarrer geht zu seiner gut 80-köpfigen Familie nach Spanien. In der Nähe von Madrid liegt Villacañias, ein Ort, ähnlich groß wie St. Georgen mit seinen 13 000 Einwohnern. Die neue spanische Heimat gehört zur Provinz Toledo. Im Gespräch sagt Paul Dieter Auer: "Ich freue mich auf meinen Ruhestand in Spanien."

Eine Bitte des Erzbischofs

20 Jahre ist es her, dass Paul Dieter Auer davon erfahren hat, dass die Pfarrei St. Georgen dringend einen Pfarrer brauchte. Da erreichte ihn ein Anruf des Personalreferenten von Robert Zollitsch: "Der Erzbischof bittet dich herzlich und dringend, diese große und schwierige Pfarrei St. Georgen zu übernehmen." Im Rückblick sagt Paul Dieter Auer: "Es waren 18 wunderbare Jahre in St. Georgen." Auer erinnert sich natürlich auch an besondere Erlebnisse – und: "Die Menschen haben sich auf mein Konzept eingelassen. Gottesdienst alleine ist zu wenig, man muss beieinander bleiben." Dieses Prinzip verstetigte sich immer mehr.

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Lebensfroh und festfreudig

Paul Dieter Auer ist von seiner Herkunft ein überaus lebensfroher Mensch. Feste sind ihm wichtig. "Ich habe ein Fest nach dem anderen erfunden. Deswegen wurde auch der Festausschuss gegründet, der sich um die Feiern gekümmert hat." Ein Tag ist Paul Dieter Auer überaus wichtig: Fronleichnam. Da spielt die Stadtmusik bei der Prozession in den Stadtgarten. Im Anschluss findet im Pfarrgarten ein Treffen mit Mittagessen für die Kirchengemeinde statt, und die Stadtmusik sorgt für musikalische Unterhaltung. In den vergangenen sechs Jahren hat sich diese Kultur auch in Tennenbronn so entwickelt.

Ökumene aktiv gestaltet

Und ein weiteres: "Das ökumenische Gemeindefest im Ökumenischen Zentrum auf der Seebauernhöhe hat mich mit Pfarrer Dietmar Bader von der evangelischen Kirchengemeinde zusammengebracht. Gemeinsam haben wir diese Veranstaltung auf die Beine gestellt." Gerne erinnert sich Auer an die Dialogpredigten, ohne sich vorher abzusprechen.

Den Menschen zugewandt

Wer Paul Dieter Auer an Beerdigungen erlebt hat, hat festgestellt, dass er trotz freier Rede, wie auch in den sonntäglichen Predigten, auf die Familien und auch Gottesdienstbesucher eingeht. Er ist ein begnadeter Seelsorger, für den der Mensch, die Person im Mittelpunkt steht. Für den scheidenden Pfarrer war die Einzelseelsorge eine überaus wichtige Aufgabe. Im Durchschnitt habe er im Jahr rund 270 Gläubige besucht. Denn: "Seelsorge geht nur von Gesicht zu Gesicht" und "Persönliche Seelsorge war mir wichtig", sagt Auer auch jetzt noch.

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Die St. Georgener Fasnet mit dem "Goldenen Auerhahn" und der Narrenpredigt am Fastnachtssonntag waren gerne akzeptierte Abwechslungen im Jahreslauf. Auch Vorträge bei verschiedenen Vereinigungen haben Auer nach eigenen Wort immer vorangebracht: "Ich war immer ein ewiger Student, habe selbst dazugelernt und gefragt: Was wollt ihr hören?" Reisewilligen St. Georgenern ruft Auer zu: "Madrid hat einen Flughafen. Kommt, ich hole Euch ab."