An der Wiege von Peter Dönneweg hat niemand prophezeit, dass er sich später ausgerechnet im Schwarzwald als Musiklehrer betätigen wird, um dort viele junge Menschen für die Musik zu begeistern. Als er am 11. August 1937 in der ostfriesischen Hafenstadt Leer an der Nordseeküste geboren wurde, bereitete Hitler gerade den Zweiten Weltkrieg vor. Vater Heinrich war Kaufmann und betrieb eine Mineralölfirma mit Tanklager und Schiffsbunker-Station.

  • Kindheit und Jugend: Im Jahre 1931 hatte der Vater des Jubilars, Heinrich Dönneweg, seine Braut Wilma Meyer aus Bremen geheiratet. Das Ehepaar bekam drei Söhne und eine Tochter. "Trotz der Kriegswirren wuchsen wir Kinder einigermaßen unbehelligt auf, wir blieben von Flucht und Vertreibung verschont", blickt Peter Dönneweg dankbar zurück. Bei dem häufigen Fliegeralarm, der die Familie vorwiegend nachts aus dem Schlaf riss, suchten alle Schutz in einem Luftschutzkeller in der Nähe. "Es ging dort immer sehr unterhaltsam zu und wir Kinder erkannten den Ernst eines Luftangriffs noch nicht", erinnert sich der Jubilar. Schon im Vorschulalter hatte der kleine Peter die Musik entdeckt, denn das Klavier im Wohnzimmer, das seine Mutter erklingen ließ, zog ihn magisch an. Nach dem Krieg durfte der Schüler das Jungen-Gymnasium in Leer besuchen, das er mit dem Abitur abschloss. In der Schule war Musik sein Lieblingsfach. "Frisia non cantat" habe der Musiklehrer den römischen Historiker Tacitus zitiert.
    Doch der Lehrer versicherte gleichzeitig, dass Tacitus sich geirrt habe, denn die Friesen können sehr wohl singen.
  • Das Studium: Nach der Schulzeit absolvierte der junge Ostfriese in Bayern den einjährigen Pflicht-Wehrdienst. Da der Südwesten Deutschlands in Bezug auf Musik einen guten Ruf hatte, suchte er einen Studienplatz in Freiburg. Sein Ziel war es, Lehrer für Musik und Deutsch an einem Gymnasium zu werden. "Ich belegte an der Universität Musikwissenschaft und Germanistik, während ich gleichzeitig an der Musikhochschule studierte", verrät Gönneweg.
  • Hochzeit und Familie: An der Freiburger Musikhochschule lernte der Student auch seine künftige Ehefrau Elisabeth Kopper aus Göttingen kennen. Die beiden ließen sich 1966 in der evangelischen Auferstehungskirche in Freiburg-Littenweiler trauen. Die junge Ehefrau wurde nach dem Referendariat ans Romäusring-Gymnasium in Villingen versetzt, ihr Mann ans Gymnasium St. Georgen. Das Lehrer-Ehepaar nahm seinen Wohnsitz in der Bergstadt. Die Ehe wurde mit drei Kindern gesegnet. Beide Söhne und auch die Tochter traten in die Fußstapfen ihrer Eltern und studierten Musik. "In dem Musikfestival Bergstadt-Sommer, das seit zehn Jahren stattfindet, treten unsere Kinder jedes Mal gemeinsam auf", erzählt der Jubilar stolz.
    Schon seit 51 Jahren sind Elisabeth und Peter Dönneweg glücklich miteinander verheiratet.
    Schon seit 51 Jahren sind Elisabeth und Peter Dönneweg glücklich miteinander verheiratet.
  • Beruflicher Werdegang: Am Gymnasium in St. Georgen unterrichtete der Studiendirektor Peter Dönneweg Deutsch und Musik. Bereits 1967 gründete er den Schulchor und das Schulorchester, das sich zum Jugendsinfonieorchester St. Georgen entwickelte, heute nach der Fusion Jugendsinfonieorchester St. Georgen-Furtwangen. Mit Unterstützung von Bürgermeister Günter Lauffer konnte Dönneweg 1968 die Jugendmusikschule (JMS) gründen, die er bis zum Eintritt in den Ruhestand im Jahre 2000 ehrenamtlich leitete. "Heute umfasst die JMS sieben Gemeinden und ich engagiere mich immer noch im Vorstandsteam", strahlt der Jubilar. Besonders glücklich ist er über den Umzug der Schule in die kaufmännische Berufsschule, wo sie den "idealen Standort" gefunden habe.
  • Geburtstagsfeier: Der 80. Geburtstag wird in der ostfriesischen Heimat des Jubilars gefeiert. Die gesamte Dönneweg-Sippe aus Nord- und Süddeutschland wird sich dort treffen. "Zum Bergstadtsommer in St. Georgen, der auch in diesem Jahr wieder mit vielen Veranstaltungen lockt, kommen auch alle neun Enkelkinder", freut sich Peter Dönneweg.
    Besonders gerne sitzt der Jubilar am kürzlich generalüberholten Steinway-Flügel in der  von ihm gegründeten Jugendmusikschule.
    Besonders gerne sitzt der Jubilar am kürzlich generalüberholten Steinway-Flügel in der von ihm gegründeten Jugendmusikschule.

Auszeichnungen

Das große Lebenswerk des Gymnasiallehrers, Pianisten und Dirigenten ist die Gründung der Jugendmusikschule und des Jugendsinfonieorchesters, die er vor 49 Jahren ins Leben rief. Für sein Engagement im Dienste der Musikerziehung wurde Peter Dönneweg im Jahre 1993 mit der Bürgermedaille der Bergstadt geehrt. 1998 überreichte ihm Landrat Karl Heim für seine zahlreichen Verdienste das Bundesverdienstkreuz am Bande. (kim)