St. Georgen – Ostern, das Hochfest der christlichen Kirchen, erinnert an den Tod und die Auferstehung von Jesus. Bereits in der Antike wurde Öl zu Nahrungszwecken aufgenommen. Neben Brot, Wein und Wasser gehört Öl zu den Grundsubstanzen der christlichen Liturgie. Salbungen mit Öl sind seit biblischer Zeit bezeugt. Noch heute finden Salbungen bei der Spendung verschiedener Sakramente und Sakramentalien der Kirche statt. Die Gläubigen sollen durch Salbung – vor allem mit Chrisam – daran erinnert werden, dass sie zu Christus, der gesalbt ist zum König und Propheten, gehören. So stehen die Bezeichnungen Messias und Christus auch: Der Gesalbte.

In der Liturgie der katholischen Kirche kommen drei verschiedene Öle bei der Feier bestimmter Sakramente zur Anwendung. In der Kirche in St. Georgen werden zwei der Öle an sakramentalen Handlungen verwendet. In den Aufgabenbereich von Johannes Hilser, Mesner der Seelsorgeeinheit St. Georgen – Tennenbronn, fällt das Besorgen der Öle in der Karwoche. So berichtet er, dass die Elixiere aus Israel an die Bistümer, Dekanate und Kirchengemeinden verteilt werden.

Am Montag zu Beginn der Karwoche findet im Freiburger Münster die Chrisam-Messe statt. Während der Messe findet die Weihe der heiligen Öle statt. Im Anschluss an die feierliche Messe werden die Öle in kleineren Gefäßen an die Dekanate im Einzugsbereich der Erzdiözese verteilt. Im Dekanat Schwarzwald-Baar, in Villingen, übernimmt Diakon Horst Dyma seit vielen Jahren diese Aufgabe. In Glasbehältern bringt Dyma die Öle nach Villingen und direkt zum Münstermesner Andreas Turner.

Daraufhin werden die Mesner der elf Seelsorgeeinheiten im Dekanat zur Abholung der geweihten Öle aufgerufen. Einer davon war Johannes Hilser von der Seelsorgeeinheit St. Georgen – Tennenbronn. Im Dekanat ist der Mittwoch der Karwoche fester Tag der Abholung. Für Johannes Hilser ist dieser Moment ein Bedeutsamer. Nun hält er zwei Edelstahlgehäuse mit knapp 30 Millimeter Durchmesser und 50 Millimeter Höhe in einem extra dafür gefertigten Behältnis in der Hand, um einige Milliliter der beiden kostbaren Öle Chrisam- und Katechumenenöl, in die Behälter zu füllen. Beide Öle werden auf eine Wattelage geträufelt. Dann wird der Schraubdeckel verschlossen. In die Deckel sind die Namensbezeichnungen der Öle "Chr." und "O.Cat" eingraviert. Anhand der gravierten Bezeichnung wissen der Mesner und Pfarrer Paul Dieter Auer, welches Gefäß zur Spende der Sakramente verwendet werden muss. Das heilige Öl wird ein Jahr ausreichen und am darauffolgenden Osterfeuer sollen Öle aus dem Vorjahr verbrannt werden.

Zu den feierlichen Messen an Ostern gehören der Zelebrationskelch und das Ziborium. Darin werden die Hostien aufgenommen. Johannes Hilser hat die Aufgabe, die liturgischen Gefäße im Tabernakel einzuschließen, bis diese während der Eucharistiefeier zur Anwendung kommen. Die jährliche Direktorium Ausgabe des Bistums weist Mesner an, welche Ausführungen vor den Gottesdiensten zu beachten sind.

Verwendung der Öle

Das wohlriechende und besonders wertvolle Chrisamöl wird bei der Firmung, der Taufe, der Priesterweihe, wie bei der Kirch- Altar- oder Glockenweihe verwendet. Es ist eine Mischung aus Balsam und Olivenöl. Das Katechumenenöl wird zur Salbung eines Taufbewerbers (Katechumnene) vor der Taufe angewendet. Für das Katechumenenöl wird in der Regel reines Olivenöl verwendet. (wm)