Die Lorenzkirche fasste am Sonntagnachmittag kaum alle Besucher, die zum Abschiedsgottesdienst des Pfarrerehepaares Friedemann und Susanne Fritsch gekommen waren. Dekan Wolfgang Rüter-Ebel sprach die Theologen nach 14-jähriger Tätigkeit in St. Georgen und in der Badischen Landeskirche frei und gab ihnen den Segen für die Aufgaben, die sie nun in der Evangelischen Landeskirche Württemberg wahrnehmen werden.

Aktive Jugendarbeit

Die Predigt hielt das Pfarrerehepaar gemeinsam über den Text aus Hebr. 12, 1-3, den sie schon zu Beginn ihrer Tätigkeit in St. Georgen gewählt hatten. Pfarrerin Susanne Fritsch zog kurz Bilanz beider Arbeit in der Bergstadt, die von Freude, Gemeinschaft und Bewältigungen auch administrativer Aufgaben geprägt war. Sie bedauerte, wie auch später beim anschließenden Empfang im Gemeindehaus, „den Rückgang des christlichen Grundwasserspiegels“.

Er sinke in St. Georgen zwar langsamer, denn man habe dank des CVJM eine aktive Jugendarbeit. Pfarrer Friedemann Fritsch legte den Gläubigen die Gemeinschaft, die in Gottesdiensten ihre geistige Nahrung finde, ans Herz. Das Miteinander vieler Gemeinschaften in St. Georgen und das erlebte Engagement vieler Menschen hier mache ihm den Abschied schwer. „Die Zukunft gehört der Ökumene im biblischen Sinne“, gab er der Gemeinde mit.

Wie der Gottesdienst war auch der Abschiedsempfang im Gemeindehaus (unser Bild) sehr gut besucht.
Wie der Gottesdienst war auch der Abschiedsempfang im Gemeindehaus (unser Bild) sehr gut besucht.

Beim Empfang im Gemeindehaus fanden sich viele, auch persönliche Wegbegleiter des Pfarrerehepaares und ihrer Familie ein. Die Pfarrgemeinderäte hatten das Ehepaar in die Kirche geleitet, die Kindergottesdienst-Kinder und die Konfirmanden ein Lied gesungen, der Chor mit Kantor Kiene den Gottesdienst begleitet. Im Gemeindesaal begann unter der Leitung von Daniela Hils ein launiges Defilee einzelner und der Gemeindekreise, die Geschenke übergaben. Die Freude des Pfarrerehepaars über die vielen Geschenke und Grußadressen war jedenfalls riesig.

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Dekan Wolfgang Rüter-Ebel überbrachte Segenswünsche der Kollegen, Andrea Fetzner lobte im Namen der ehrenamtlichen Mitarbeiter die gute Zusammenarbeit. Der katholische Pfarrer Paul Dieter Auer, der am kommenden Wochenende von seiner Gemeinde nach 20 Jahren Abschied nimmt, um in Spanien seinen Ruhestand zu genießen, sagte, für ihn sei St. Georgen ein Glücksfall gewesen. „Ich fand eine vorbildliche Ökumene, so wie ich sie erträumt habe.“

Erinnerung an gemeinsame Zeiten

Pfarrer i.R. Winfried Frech verabschiedete seine Kollegen im Namen von Pfarrerin Lisa Interschick und Roland Scharfenberg sowie Gemeindediakon Martin Höfflin-Glünkin, die die Vakanz in fünf Gemeindebezirken überbrücken müssen. Die Vertreter der Freikirchen erwiesen ihre Referenz, wie ehemalige Mitarbeiter und Konfirmanden sich an gemeinsame Zeiten erinnerten. Siegfried Hils bedachte das Pfarrerehepaar mit einem Gedicht des Heiligen Laurentius.