Der Gemeinderat hat sich in seiner jüngsten Sitzung mit der Kindergartenbedarfsplanung beschäftigt. Neu wird das Angebot eines Natur- und Waldkindergartens in Oberkirnach sein. Außerdem steigen die Gebühren für die Kinderbetreuung in St. Georgen um drei Prozent an.

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Die Einrichtung in Oberkirnach soll ab September mit einer Gruppe mit verlängerter Öffnungszeit betrieben werden und richtet sich an Kinder über drei Jahren. Dafür würden seitens des Gremiums rechnerisch 2,2 Stellen geschaffen. Der finanzielle Aufwand ist mit 22 500 Euro überschaubar und wird zudem zu voraussichtlich 70 Prozent durch Zuschüsse abgedeckt. Durch die neue Betreuungsart soll das Angebot in St. Georgen erweitert werden. „Ich freue mich, dass wir in Zukunft auch einen Waldkindergarten in St. Georgen anbieten können“, sagte Bürgermeister-Stellvertreter Joachim Kleiner.

Spielen im Freien

Markus Esterle, Leiter der Bürgerdienste und zuständig für die Kinderbetreuungseinrichtungen der Stadt, sagte: „Die Pädagogik in der Natur gewinnt an Bedeutung.“ Hintergrund dafür sei unter anderem, dass das Spielen im Freien heute weniger selbstverständlich ist, als es früher der Fall war. Der Wald beginnt direkt neben der Einrichtung, weshalb Oberkirnach optimale Voraussetzungen biete.

Um sicherzustellen, dass in der Bergstadt alle Kinder betreut werden können, ist dieser Schritt nötig. Nach derzeitigem Stand gibt es nur noch acht freie Plätze im Kindergarten in Langenschiltach. Im September würden, falls man mit der Schaffung der Plätze in Oberkirnach nicht reagiert hätte, 17 Betreuungsplätze fehlen. Mittelfristig werde die Stadt auch weitere Plätze benötigen, um dem Anspruch der Eltern auf einen Platz gerecht zu werden, da Kinder heute tendenziell früher in die Einrichtungen gebracht werden. Außerdem bewegt sich die Geburtenrate auf konstant hohem Niveau und lag in den letzten Jahren bei rund 120 Geburten. Einen weiteren Teil tragen Zuzüge von Familien bei. Eine besondere Herausforderung sei, so heißt es in der Sitzungsvorlage, weiterhin die Arbeit mit Kindern aus Flüchtlings- und Migrantenfamilien. Ihr Anteil liegt in der Gesamtstadt bei etwa 50 Prozent.

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Die jährlichen Betriebskosten der Kindergärten belaufen sich auf knapp 2,6 Millionen Euro. Der Kostendeckungsgrad liegt bei derzeit rund 13 Prozent. Die Fachverbände haben das Ziel ausgegeben, einen Deckungsgrad von 20 Prozent anzustreben. Um dem näher zu kommen, hat der Gemeinderat beschlossen, die Gebühren um drei Prozent anzuheben. Schärfster Gegner war Oliver Freischlader (SPD). Er werde aus Prinzip nicht zustimmen, weil der Besuch einer Bildungseinrichtung in Deutschland nichts kosten sollte.