Wenn es noch eines Beweises für die neu Gewählten bedurft hätte, was es mitunter bedeuten kann, sich im Gemeinderat für die Belange der Bürger einzusetzen, so gab es diesen am Mittwochabend: Fünf Stunden öffentliche Sitzung und dann noch rund eine Stunde nichtöffentlich.

Und das war erst der Anfang. Hinzu kommen die nächsten fünf Jahre Fraktionssitzungen, Ausschusssitzungen, Klausuren, ganz zu schweigen von der Vor- und Nachbereitung der Sitzungen und noch so manch anderer Aufgaben. Alles ehrenamtlich, versteht sich.

Bürgermeister Michael Rieger vereidigt bei der konstituierenden Sitzung am Mittwochabend alle 22 Mitglieder des neuen Gemeinderats.
Bürgermeister Michael Rieger vereidigt bei der konstituierenden Sitzung am Mittwochabend alle 22 Mitglieder des neuen Gemeinderats. | Bild: Greiner, Anja

Das alles weiß auch Bürgermeister Michael Rieger nur zu gut. Er hat die Sitzung am Mittwoch dann auch dementsprechend eingeleitet und noch ein paar mahnende, mutmachende und vor allem herzliche Worte an die sieben neuen Mitglieder gerichtet, bevor er schließlich das ganze 22-köpfige Gremium vereidigte.

Der neue Gemeinderat der Bergstadt.
Der neue Gemeinderat der Bergstadt. | Bild: Greiner, Anja

Rieger mahnte also: „Sie sind Vertreter der gesamten Bürgerschaft, nicht die Vertreter einzelner Personen oder Interessensgruppen.“ Das müsse jeder im Kopf behalten bei Abstimmungen. Er machte Mut: „Es geht hier nur um eins“, sagte er.

„Dass man nach bestem Wissen und Gewissen das Beste für die Stadt rausholt.“ Alle 13 000 Einwohner gleich zufriedenzustellen werde zwar nie gelingen. „Aber wir geben unser Bestes, darauf kann sich jeder verlassen.“

Und er zeigte Herz: „Ich biete ihnen eine aufrichtige und offene Zusammenarbeit an. Daran liegt mir viel. Auch und gerade in Zeiten, in denen große Schwierigkeiten auf uns zukommen können.“ Nach jeder Sitzung, sagt er noch, gehen sie einkehren. Zu Versöhnungszwecken. „Obwohl ich glaube, dass das noch nie wirklich nötig war.“

In Richtung der neuen Grünen-Fraktion sagte Rieger noch: „Wir sehen sie alle als Bereicherung.“ Die neue Fraktion hatte die Verwaltung dann in diesem Jahr noch vor eine ganz besonderen Aufgabe gestellt: Die Sitzordnung musste zum ersten Mal überdacht werden.

Am Ende sitzen die Grünen nun zwischen der CDU und den Freien Wählern. „Wir haben Schwarz-Grün gesetzt, ich glaub‘, das passt ganz gut.“

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Bevor dann das Tagesgeschäft starten konnte, konstituierte sich das Gremium wie folgt:

  • Die Stellvertreter des Bürgermeisters: Ein Anrecht auf den ersten Stellvertreterposten hat grundsätzlich der Stimmenkönig. Bei dieser Wahl war das Oliver Freischlader (SPD, über 5000 Stimmen). Er selbst lehnte den Posten aus Zeitgründen jedoch ab, schlug dafür Hansjörg Staiger vor. Der war bereits in der vergangenen Legislaturperiode dritter Stellvertreter. Neben Staiger wurden dann Marc Winzer (FW) und Constantin Papst (CDU) zum zweiten und dritten Stellvertreter gewählt.

Hauptversammlungen, Sommer-, Herbst- und Frühlingsfeste, Geburtstage, Abschlussfeiern. Der Terminkalender von Bürgermeister und dessen Stellvertretern ist immer prall gefüllt – an so gut wie jedem Wochenende im Jahr.

„Ich bin nicht sicher“, sagte Rieger darum nach der Wahl, „ob wir das Pensum halten können.“ Und ergänzte: „Wenn wir absagen, dann hat das nicht mit mangelnder Wertschätzung zu tun, sondern weil es eben nicht anders geht.“ Der zeitliche Aufwand, so Rieger, sei schlicht enorm.

  • Die Fraktionsvorsitzenden: Bei den Freien Wählern wird Karola Erchinger den Fraktionsvorsitz übernehmen. Stellvertreter ist Marc Winzer. Den Vorsitz bei der CDU übernimmt Constantin Papst (zuvor hatte den Posten Manfred Scherer inne), zu seinem Stellvertreter wurde Vincenzo Sergio ernannt. Oliver Freischlader bleibt Vorsitzender der SPD-Fraktion, sein Stellvertreter ist Peter Fichter. Bei der FDP bleibt Jochen Bäsch Vorsitzender, sein Stellvertreter ist André Müller. Den Vorsitz der Grünen Liste übernimmt Dirk Schmider. Kirsten Heinzmann wird seine Stellvertreterin.
Nach ihrer Wahl bekommen die Ortsvorsteher vom Bürgermeister ihre Ernennungsurkunde überreicht.
Nach ihrer Wahl bekommen die Ortsvorsteher vom Bürgermeister ihre Ernennungsurkunde überreicht. | Bild: Greiner, Anja
  • Die Ortsvorsteher: Alle bereits in den Ortschaftsräten nominierten Ortsvorsteher und Stellvertreter wurden vom Gemeinderat gewählt. Für Brigach ist das Georg Wentz (Stellvertreter: Michael Krompholz), für Langenschiltach Hartmut Breithaupt (Stellvertreter: Erika Schwenk und Manfred Aberle), für Oberkirnach Franz Günter (Stellvertreter: Markus Gruber), für Peterzell Klaus Lauble (Stellvertreter: Andreas Jost) und für Stockburg Ernst Laufer (Stellvertreter: Thomas Furtwängler).