Mit dem Schritt in die Selbstständigkeit knüpft Bernhard Lobmeier das Gesundheitsnetzwerk der Bergstadt fester. Der 33-jährige St. Georgener hat zum Jahresanfang die Nachfolge von Renate Schilson angetreten. Die Apothekerin suchte nach exakt zehn Leitung der Rathausapotheke eine berufliche Veränderung. Nach fünf Jahren Pharmazie-Studium in Freiburg und fünf Jahren Angestelltenverhältnis in der Rathausapotheke übernimmt Lobmeier diese Apotheke.

Damit ist die Kontinuität gegen den Trend früh geregelt. "Generell gibt es in ländlichen Regionen Schwierigkeiten, Nachfolger zu finden", sagt Lobmeier und verweist auf die inzwischen geschlossene Apotheke in Schönwald. Wichtig für gute Perspektiven sei eine enge Nachbarschaft von Apotheken und Ärzten. Das sei für die drei Apotheken in St. Georgen gegeben. Die Rathausapotheke ist weiter in den Notdienstkreis eingebunden, dem im oberen Bregtal, der Raumschaft Triberg sowie St. Georgen und Königsfeld zwölf Apotheken angehören.

Rund ein Jahr dauerte samt Einholung aller Genehmigungen die Umsetzung des Inhaberwechsels. Nach reiflicher Überlegung geht Lobmeier nun ein bewusstes finanzielles Risiko ein. Angesichts generell kleineren Verdienstmargen im Apothekenwesen und mit zehn Angestellten weiß er die EDV-Ausstattung samt exzellenter Datenbänke auf einem guten Stand. Auch die Apothekeneinrichtung samt barrierefreiem Eingangsbereich benötige akut keine Umgestaltung.

Über eine Chemie-Affinität in der Schule hat sich Lobmeier den Traumberuf gefundent. Als Apotheker freut er sich darauf, Kunden zu helfen. "Service und Beratung hebt uns vom Versandhandel ab", rechtfertigt er das mitunter etwas höhere Preisniveau auch gegenüber Kunden, die Preisvergleiche anstellen. Auf ein Preisdumping möchte er sich keineswegs einlassen.

Lobmeier sitzt in der Vertreterversammlung der Landesapothekerkammer und gehört dem Arbeitskreis Sucht und Suchtprävention an. Teilnehmer eines inzwischen abgeschlossenen Pilotprojektes zum ambulanten Schlafmittelentzug betreut er weiterhin.