Die Mitglieder des Dialektstammtischs haben erneut ganz tief in der Dialektschatztruhe gekramt und weitere fast vergessene Begriffe aus dem St. Georgener Sprachgebrauch zutage gefördert und in einem Heft veröffentlicht, das sie jetzt vorstellten.

„Es wird immer schwieriger, Ausdrücke und Redensarten zu finden, die wir noch nicht veröffentlich haben“, sagte Willi Meder bei der Präsentation des dritten Bandes von „So schwädsè mer in Sandèrgè„. Gemeinsam mit einem guten Dutzend Gleichgesinnter versteht sich Willi Meder als Hüter des St. Georgener Dialektes, der von immer weniger Menschen gesprochen wird. Umso wichtiger sehen es er und seine Mitstreiter an, dass diese Sprachform, die auch eine starke Heimatidentität darstellt, zumindest in Teilen der Nachwelt erhalten bleibt.

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Der dritte Band des Dialektnachschlagewerks beinhaltet allerlei St. Georgener Ausdrücke sowie deren Übersetzung ins Hochdeutsche. Was sind „Dannènoddlè“ (Tannennadeln), wer hat einen „Fimml“ (Marotte), schreibt sich Notizen auf einen „Fressdsèddèl“, wer weiß, dass mit „Struwle“ ein ungekämmter Mensch gemeint ist. Oder ahnt, dass es „Brommelsubbe“ gibt, wenn der Haussegen schief hängt.

Nicht nur einzelne Ausdrücke, auch Redewendungen wie „dèr suffd wie è Loch“ für jemanden, der sehr viel (Alkohol) trinkt, werden erläutert. Ebenso wie man sich selbst mit „mèr kaa nèd schnèll gnuèg langsam duè“ vor Überforderung und Stress schützt.

Ergänzt wird der nach 2005 und 2009 nun dritte Band des Dialektnachschlagewerks mit Bildern mit Ansichten der Stadt und Menschen aus alten Zeiten.

Wie kommen die Dialektstammtischler, die eine Gruppe des Vereins für Heimatgeschichte sind, eigentlich an die oft längst vergessenen Ausdrücke? „Manches kommt aus der eigenen Erinnerung, anderes ergibt sich im Gespräch, wo man plötzlich wieder einen alten Ausdruck gebraucht. Dann schauen wir sofort nach, ob wir den eventuell in einem der ersten Bände bereits notiert haben“, verrät Otto Rapp, der, ebenso wie die meisten der Stammtischbesucher praktisch ausschließlich Dialekt spricht. Die große Schwierigkeit sehen die Wächter des St. Georgener Dialekts übrigens nicht darin, Ausdrücke zu finden und aufzuschreiben. „Sondern darin, sie ins Hochdeutsche zu übersetzen, weil es manchmal gar keine richtige Übersetzung gibt.“

Stammtisch

Der dritte Band von „So schwädè mèr in Sandèrgè ist in der Geschichtstruhe am Bärenplatz 13 (Nähe Kreisel) zum Preis von acht Euro erhältlich. Wer den Dialektstammtischlern gerne mal beim schwädsè zuhorchen will, der kann jeden letzten Montag im Monat ab 19 Uhr im Schwarzen Tor vorbeikommen, um zu „loschoren“. (spr)