Das neue Kindergartenjahr beginnt am kommenden Montag, 2. September. Dann geht auch der Wald- und Naturkindergarten „Wurzelkinder“ in Oberkirnach in Betrieb. Vorerst allerdings mit nur drei Kindern.

Euphorie ist verpufft

Auf der einen Seite gibt es eine Warteliste, auf der anderen Seite 17 freie Kindergartenplätze. Von der anfänglichen Euphorie, die herrschte, als bekannt wurde, dass es in Oberkirnach ein neues Betreuungsangebot geben wird, ist momentan nichts zu spüren. Drei Anmeldungen gibt es für die 20 Kindergartenplätze in Oberkirnach.

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„Wir starten trotzdem“, sagt Markus Esterle, Leiter der Bürgerdienste. Er ist auch verwundert, dass nach den positiven Rückmeldungen erst drei Kinder für den Waldkindergarten angemeldet sind. Esterle sieht hierin verschiedene Gründe. „Viele Eltern kennen das Angebot offensichtlich noch nicht, was mich wundert. Auch haben wir Eltern, die keine Möglichkeit haben, ihre Kinder nach Oberkirnach zu bringen.“ Darunter seien beispielsweise Eltern mit Migrationshintergrund.

Schreckt so viel Natur ab?

Die Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage liegt möglicherweise auch in dem speziellen Konzept des Wald- und Naturkindergartens. Hier sollen die Kinder die Natur hautnah erleben und ganztags draußen spielen und toben. Hierbei sollen die motorischen Fähigkeiten der Kinder auf besondere Weise geschult und die Abwehrkräfte gestärkt werden.

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Dafür steht den Kindern ein 5000 Quadratmeter großes Waldstück quasi als Spielzimmer zur Verfügung. Für ganz schlechtes Wetter können die Kinder ins nahegelegene Oberkirnacher Schulhaus ausweichen, wo auch Umkleideräume und Sanitäranlagen vorhanden sind. Dort können auch die Räume des alten Kindergartens genutzt werden, der 2007 stillgelegt und jetzt wieder reaktiviert wurde. Die Leitung der Einrichtung hat Daniela Haas übernommen, die von zwei Erzieherinnen unterstützt wird.

Öffnung noch offen

Auf die prekäre Kitaplatzsituation in Villingen-Schwenningen angesprochen, wo aktuell 400 Betreuungsplätze fehlen, sagt Esterle, dass aufgrund der hohen Auslastung in den St. Georgener Einrichtungen „sehr genau geprüft werden muss, ob wir auswärtige Kinder aufnehmen“. Sollten St. Georgener Eltern das Angebot nicht nutzen, stünde der Natur- und Waldkindergarten auswärtigen Kindern offen. Die Kostenerstattung würde über den interkommunalen Kostenausgleich erfolgen.

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Esterle ist zuversichtlich, dass in den kommenden Wochen und Monaten die Zahl der Kinder für den Oberkirnacher Kindergarten steigen wird: „Wir haben jetzt schon zehn Kinder, die nachrücken werden.“

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