Sie sollte eigentlich eine Verbesserung bringen und ist für viele Berufspendler zum großen Ärgernis geworden. Die neue Ampel an der Schorenkreuzung sollte den Verkehr sicherer machen – viele Autofahrer stehen nun aber täglich minutenlang im Stau, wo es vorher nur höchst selten Stau gab.

Richtiger Kompromiss gesucht

Bei den Verantwortlichen des Landratsamtes heißt es, dass die Ampel unter Beobachtung steht. "Die Funktion der Ampel, insbesondere was die Taktzeiten der Ampelschaltung betrifft, wird noch einige Zeit beobachtet", so Pressesprecherin Heike Frank. Das Problem seien die Spitzenzeiten früh morgens und abends im Feierabendverkehr. Es gelte, den Kompromiss zwischen den Haupt- und Nebenrichtungen der Straße zu finden. Die Sprecherin des Landratsamtes sagt: "Auch bei einer Verbesserung der Taktungen in den Spitzenzeiten, zugunsten der Fahrzeuge auf der Hauptrichtung der Bundesstraße 33, wird es einen den Verkehrsmengen adäquaten Kompromiss zwischen Haupt- und Nebenrichtungen geben müssen."

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Mitarbeiter des Straßenbauamtes seien bereits mehrfach vor Ort gewesen, um die Situation zu unterschiedlichen Tageszeiten zu beobachten. Man wolle die Optimierungsvorschläge dann an das Ingenieurbüro weitergeben und anschließend einen weiteren Vor-Ort-Termin anberaumen. "Zu überprüfen ist in diesem Rahmen auch, wie das Zusammenspiel der Fußgängerampel im Bereich der Hagenmoosstraße, die dann ebenfalls auf Rot springt, zu optimieren ist", so Heike Frank.

Noch an die Ampel gewöhnen

Eine Veränderung an der Schorenkreuzung war auch Wunsch der Stadtverwaltung, die Ampel aus Sicht der Verantwortlichen nur eine Notlösung. Die eigentlich favorisierte Variante, ein Kreisverkehr, war aus mehrerlei Gründen nicht realisierbar. Schon als klar war, dass die Ampel gebaut werden würde, das war im Juli 2017, sagte Bürgermeister Michael Rieger dem SÜDKURIER: "Das muss schon eine sehr ausgefeilte Schaltung sein, damit das funktioniert." Und Kämmerer Stephan Fix sagt heute: "Trotzdem erhoffen wir uns dadurch eine Verbesserung der Kreuzungssituation. Jedoch sind auch bei uns erste negative Rückmeldungen eingegangen, welche zu großen Teilen darauf schließen lassen, dass sich die Autofahrer erst noch an die Ampel gewöhnen müssen." Man habe diese Rückmeldung weitergegeben, um eventuell notwendige Nachjustierungen möglich zu machen.

Jüngst kritisierte auch der Peterzeller Ortschaftsrat die Ampel. Dies hatten die Mitglieder schon bei der ersten Ampel, der auf Höhe des Kernorts, getan. Mehrfach kam es dort zu Unfällen. Ortsvorsteher Klaus Lauble wolle bei einem Vor-Ort-Termin mit dem Landrat über die Probleme sprechen.

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Immer wieder Ampel-Diskussionen

Mit der Anlage an der Schoren-Kreuzung wurde innerhalb weniger Jahre bereits die zweite Ampel in Peterzell installiert. Auch mit der Anlage auf Höhe des Ortskerns gibt es Probleme, auch der Ortschaftsrat beklagt sich.

  • Betriebszeiten der Schoren-Ampel: Die Ampel läuft tagsüber und ist in der Nacht von 22 Uhr bis 6 Uhr ausgeschalten. Sie springt auch tagsüber nur dann an, wenn Autofahrer, die einfahren oder abbiegen wollen, 50 Sekunden gewartet haben. Trotzdem bildet sich zu Spitzenzeiten oft ein kilometerlanger Rückstau, etwa bis auf Höhe des Kernorts Peterzell.
  • Wunsch war ein Kreisverkehr: In der Stadtverwaltung wünschte man sich einen Kreisverkehr. Doch die Umsetzung scheiterte. Heike Frank, Pressesprecherin des Landratsamtes: "Kreisverkehre im Zuge der Bundesstraße dürfen außerorts nur dann gebaut werden, wenn besondere Rahmenbedingungen, etwa ein Unfallschwerpunkt, vorliegen und bedürfen der Zustimmung des Bundes. Im vorliegenden Fall kommt erschwerend hinzu, dass bei geschlossener Schranke des schienengleichen Bahnübergangs im Zuge der Kreisstraße Rückstaulängen bis in den Kreisel zu befürchten waren."
  • Erste Ampel ebenfalls kritisiert: Auch die Ampel auf Höhe des Kernorts Peterzell war schon mehrfach in der Kritik. Besonders der Ortschaftsrat des St. Georgener Teilorts äußerte seine Bedenken. So bezeichnete Michael Lauble die Anlage in einer Sitzung gar als lebensgefährlich. Sorgen machten sich die Räte vor allem darüber, dass Lastwagen die Signale der Ampel oft zu spät sehen oder in Extremfällen ignorieren. Mehrfach kam es hier in diesem Jahr aus den genannten Gründen zu schweren Unfällen.