Im Sommer haben Insekten Hochkonjunktur. Eis und zuckerhaltige Getränke locken Bienen und Wespen an. Ob auf der heimischen Terrasse, auf der Liegewiese am Klosterweiher oder bei Kaffee und Kuchen beim Sommerfest: Nicht selten kommt es dabei zu schmerzhaften Begegnungen, etwa, wenn man barfuß auf eine Biene tritt und diese zusticht.

Wie man auf dieses Malheur reagiert, erklären Erste-Hilfe-Experten aus der Region. "So ein Bienen- oder Wespenstich ist zwar schmerzhaft, in der Regel aber harmlos. Ausnahmen gibt es, wenn man allergisch auf das Gift dieser Tiere reagiert", sagt Jens Schwarzwälder vom DRK-Ortsverein St. Georgen. Besonders heikel ist es, wenn man aus Versehen zusammen mit dem Stück Kuchen eine Biene oder Wespe mitisst und in den Mund- oder Rachenraum gestochen wird. Dann besteht nach Anschwellen der Atemwegsorgane schnell Lebensgefahr für den Betroffenen. "Eine Alarmierung wegen eines anaphylaktischen Schocks durch einen Insektenstich ist im Sommer nicht ungewöhnlich. Da haben wir in unserem Einsatzgebiet ein bis zwei Einsätze pro Woche", erläutert Schwarzwälder, der als Erste-Hilfe-Ausbilder beim Rotkreuz-Kreisverband Villingen-Schwenningen fungiert. Zusammen mit Elke Bettecken, Kinderkrankenschwester und ebenfalls Erste-Hilfe-Ausbilderin, zeigt er, was Ersthelfer bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes tun sollten.

Kippt bei dem Betroffenen der Kreislauf weg, muss er in die Schocklage gebracht werden. Flach auf den Rücken legen, die Beine hoch, damit das Blut wieder in den Kopf fließen kann. Jens Schwarzwälder beruhigt den Patienten, der zusätzlich in eine Rettungsdecke gehüllt ist, während Elke Bettecken den Notruf über 112 absetzt.
Kippt bei dem Betroffenen der Kreislauf weg, muss er in die Schocklage gebracht werden. Flach auf den Rücken legen, die Beine hoch, damit das Blut wieder in den Kopf fließen kann. Jens Schwarzwälder beruhigt den Patienten, der zusätzlich in eine Rettungsdecke gehüllt ist, während Elke Bettecken den Notruf über 112 absetzt. | Bild: Roland Sprich

 

 

Mit solch einer Zeckenkarte kann eine Zecke aus der Haut gezogen werden, ohne dass der Zeckenkörper zerquertscht wird.
Mit solch einer Zeckenkarte kann eine Zecke aus der Haut gezogen werden, ohne dass der Zeckenkörper zerquertscht wird. | Bild: Roland Sprich

Ruhig Blut bewahren bei einem Zeckenbiss

Zeckenbisse sind unschöne Begleiter des Sommers. Sie sind weniger schmerzhaft, bergen aber große Gefahren.

  • Krankheiten: Zwei Krankheiten stehen im Zusammenhang mit einem Zeckenstich. Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME. Während eine Impfung vor einer FSME-Infektion schützen kann, gibt es gegen eine Infizierung mit Borreliosebakterien keinen Impfschutz. Die einzige Schutzmöglichkeit ist die frühzeitige Entfernung der Zecke, da die Borreliosebakterien etwa 24 Stunden brauchen, bis sie in den menschlichen Körper gelangen.

  • Zecke entfernen: Am besten entfernt man eine festgesaugte Zecke mit einer speziell gebogenen Zeckenpinzette oder eine Zeckenkarte. Damit greift man unter den direkt auf der Haut sitzenden Kopf und zieht die Zecke heraus. Auf gar keinen Fall dürfe man versuchen wollen, Zecken mit vermeintlichen Hilfsmitteln wie Öl oder Kleber abzutöten.  Zudem darf der Körper der Zecke nicht gequetscht werden, damit die Erreger nicht in die Blutbahn gelangen.

  • Bissstelle beobachten: Nachdem die Zecke entfernt ist, muss die Bissstelle desinfiziert und anschließend zwei Wochen lang genau beobachtet werden. Bildet sich um die Wunde ein kleiner roter Kreis, muss man sofort zum Arzt. Dann besteht die Gefahr einer Borrelioseinfektion. Deren Symptome sind Fieber, Kopfschmerzen und Müdigkeit. Im weiteren Verlauf drohen Hirnhautentzündung, Herzprobleme und Gesichtslähmung. Eine Borrelioseinfektion kann mit Antibiotika behandelt werden.

  • Impfschutz: Empfohlen wird ein FSME-Impfschutz. Für Kinder sowieso, aber auch für Erwachsene, weil die Folgeschäden gravierend sein können.

  • Vorbeugung: Die beste Vorbeugung gegen einen Zeckenstich und eine Infektion mit einem Krankheitserreger ist, nach einem Spaziergang durch den Wald oder über Wiesen den Körper nach Zecken abzusuchen. Zecken setzen sich gerne am Kopf, unter den Achseln und im Bereich der Leiste fest. (spr)

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