Drei Tage nach dem Angriff betonen Opfer Paul B. und sein Freund, der ihm während der Attacke geholfen hat, dass sie sich falsch verstanden sehen. Es sei entgegen des entstandenen Eindrucks nicht die Intention gewesen, der Bar oder dem Wirt rechte Tendenzen vorzuwerfen. Das sei auch nicht der Fall. Aus Sicht von Paul B. müsse der Vorfall unabhängig vom Ort des Geschehens betrachtet werden.

Unterdessen äußerte sich am Freitag auch der Kreisverband Schwarzwald-Baar-Heuberg der Partei "Die Linke" zu dem Angriff. In einer Stellungnahme wird der Vorfall mit Fassungslosigkeit und blankem Entsetzen quittiert. Leider sei so ein "brutaler rassistischer Übergriff" nur eine Frage der Zeit gewesen, schrieb Sprecher Bernhard Thriene. Infrage stellt er die von der Polizei geäußerte Einschätzung, dass es bei der Tat keine Hinweise auf ein fremdenfreundliches Motiv gebe. Ein Polizeisprecher hatte nach dem Vorfall argumentiert, dass die Profile der Tatverdächtigen in den sozialen Medien trotz zahlreicher Hinweise auf eine fremdenfeindliche Gesinnung noch kein Anlass für Ermittlungen in diese Richtung böten.

Jedoch sei schon länger bekannt, so Parteisprecher Thriene, dass es im Großraum Villingen-Schwenningen und speziell auch in St. Georgen massive Probleme mit Rechtsextremismus und Rassismus gebe. Gerade in St. Georgen habe sich eine größere rechte Szene mit festen Anlaufpunkten und diese Szene unterstützenden Kneipen entwickeln können.