Es war eine musikalische Sternstunde die der Musikverein Harmonie Tennenbronn am Jahreskonzert ablieferte. Dirigent Thomas Wössner hat innerhalb eines Jahres den Klangkörper neu geformt. Ein durchaus nicht leichtes Unterfangen, da mit dem Konzertvorhaben in einen neuen Bereich der musikalischen Interpretation vorgestoßen wurde.

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Dazu gab es mit dem Auftritt des Vororchesters unter der Leitung von Helena Maurer und Luis Fleig gleich eine weitere Überraschung, eine Premiere. Das Vororchester Tennenbronn hatte erstmals vor großem Publikum einen solchen Auftritt, wie Julia Bitz und Laura Storz, die die Ansage übernommen hatten. Was die jungen Musiker boten, war mehr als übliche Standardrepertoire. Beiden Dirigenten gelang es, den Klangkörper gut und überzeugend zu präsentieren, was durchaus als Erfolg der Dirigenten und den Musikern gewertet werden kann.

Eine der Hauptstützen im Blasmusikverein „Harmonie“ sind die Trompeter im gut besetzten Register.
Eine der Hauptstützen im Blasmusikverein „Harmonie“ sind die Trompeter im gut besetzten Register. | Bild: Werner Mueller

Mit Andreas Nagel ist der Dirigent des Jugendorchesters Tennenbronn auf Zeit, nach seinem Aufenthalt in Neuseeland, eine bewährte Kraft an die Stätte seines vorherigen Wirkens zurückgekehrt. Auch Nagel hat überzeugt, ebenfalls auch das Orchester. Wer einen Mario Bürki zu Gehör bringt, dem ist viel mehr zuzutrauen. Mit Andreas Nagel verbreitet sich Spielfreude im Orchester. Das wird spätestens mit einer flüssig gespielten Polka mehr als deutlich. Mit ansprechendem Witz kündigten Ines Fleig und Raphael die Stücke abwechslungsreich an. Nicht minder anspruchsvoll war der „Super Hit Mega Mix“, bevor Helena Maurer die Leitung des Jugendorchesters mit „Viva La Vida“ gänzlich übernommen hat.

Kraftvoll und impulsiv dirigiert Thomas Wössner sein erstes Jahreskonzert.
Kraftvoll und impulsiv dirigiert Thomas Wössner sein erstes Jahreskonzert. | Bild: Werner Mueller

Nun kam die Stunde der Helden. Denn alle Musiker können sich als Helden fühlen, nachdem Thomas Wössner den Taktstock in die Hand genommen hat. Die Ansage des Programms hat in bewährter Weise Ewald Staiger übernommen. Gleich zur Einstimmung hat Dirigent Wössner „Music for a Hero“ an die erste Stelle gesetzt. Hierbei konnte das Schlagwerk gleich zu Beginn zeigen, was noch weiter erwartet werden kann. Das Thema wurde von so gut wie allen Registern aufgenommen, wobei sich gut durchmischte Klangbilder ergaben mit dem Klarinetten-, Saxophon und Flötenregister. Das harmonische Klangbild hinterlässt beim Publikum einen guten Eindruck.

Mit „Dragon Fight“ legte Wössner die Messlatte nochmals kräftig in die Höhe. Gut umgesetzt, mit musikalischen Effekten schilderten die Musiker einen Drachenkampf in alpenländischer Höhenlandschaft. Im Kampf auf Leben und Tod zwischen einem Riesen und dem Drachen, schauderten die wutschnaubenden Rufe des Drachens, bevor dieser sein Leben aushauchte.

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Johan de Meij schuf mit „Gandalf The Wizzard“ eine überaus interessante Triologie mit Herr der Ringe. Mit dem „Streifzug durch die Mittelerde“ setzte die Harmonie erneut einen weiteren musikalischen Höhepunkt, der sich durch das gesamte „musikalische Hörspiel“ fortsetzte. Feine Nuancen schildern Gandalfs Auftritt, sein Wirken und seine Ausstrahlung, gekonnt umgesetzt durch das Orchester.

Als ob Robin Hood unter den Gästen weilt, zelebrierten die Orchestermitglieder die „Symphonic Suite from Robin Hood“, in einem exzellenten Arrangement von Paul Lavender. Das präzise Schlagwerk, dazu teilen sich Oboen und Flöten die Harmonien. Wobei die Klarinetten beinahe wehmütig unterstützen. Als ein Held der Englischen Krone wird James Bond gefeiert. Mit Erinnerungen an Goldfinger kam Gert Fröbe im gleichnamige Film in der Hauptrolle des Schurken zu Weltruhm. Bereits das James Bond Thema als Erkennungsmelodie lässt Erinnerungen wach werden.

Einen coolen Gesangsauftritt legt Michelle Barber zusammen mit dem Orchester hin.
Einen coolen Gesangsauftritt legt Michelle Barber zusammen mit dem Orchester hin. | Bild: Werner Mueller

Einen Augen- und Hörgenuss erlebte das Publikum mit Sängerin Michelle Marber. Sie hat mit ihrer markanten Stimme aus „Writing’s on the Wall“ mit „Symply The Best“ im Original von Tina Turner, der Queen of Soul und Egon Aberle am Solosaxophon, eine eindrucksvoll Vorstellung geboten. Zum Programmende, mit „Abschied der Gladiatoren“ war das Konzert noch nicht zu ende, denn Thomas Wössner führte noch eine Bearbeitung seines Bruders Wolfgang mit der Lebensgeschichte des Queen Leadsängers Freddy Mercury mit Titeln wie „Killer Queen“ oder Don’t Stop my Now“, am Altsaxophon Jasmin Deubert, auf.

205 Jahre aktive Mitarbeit in der Blasmusikkapelle „Harmonie“ Tennenbronn stehen auf der Bühne: Vorsitzede Daniela Laufer, Jürgen Wälde, Rudolf Sunderer, Ewald Staiger, Rolad Staiger, Bernd Waldvogel und Alexandra Götz vom Blasmusikverband.
205 Jahre aktive Mitarbeit in der Blasmusikkapelle „Harmonie“ Tennenbronn stehen auf der Bühne: Vorsitzede Daniela Laufer, Jürgen Wälde, Rudolf Sunderer, Ewald Staiger, Rolad Staiger, Thomas Waldvogel und Alexandra Götz vom Blasmusikverband. | Bild: Werner Mueller