Ein im wahrsten Sinne unvergleichliches Programm boten die Macher im Theater im Deutschen Haus mit ihrer Jahresauftaktveranstaltung Kabarett meets Comedy. Die vier Künstler bedienten jeweils vollkommen unterschiedliche Genres.

Mit Musik, Magie und Kritzeleien überraschten die Akteure das Publikum im ausverkauften Theater im Laufe des Abends. Die "Zucchini Sistaz" katapultierten das Publikum in die Zeit der Unterhaltungsmusik der 1920er bis 50er Jahre. Mit ihren zucchinigrünen Kleidern stachen sie optisch, mit ihrer musikalischen Genialtität akustisch hervor. Das Münsteraner Trio verstand es, nicht nur Musik aus der Big-Band- und Swing-Ära mit minimalistischem Aufwand dreier Instrumente und ihrer Stimmen zu interpretieren, sondern auch Modernes aus der Pop-Neuzeit auf ihre Art darzubieten, wie sie am Beispiel von Grönemeyers "Männer" eindrücklich demonstrierten.

Ein Wasserglas, ein Zauberstab, eine Zeitung, viel mehr brauchte Daniel Burley nicht, um das Publikum zu verblüffen. Der Kameruner Entertainer ließ Flaschen in Papiertüten verschwinden, eine Kugel tanzen und Wasser aus einer gefalteten Zeitung wieder in ein Glas fließen. Seine Tricks untermalte er mit vielen Gesten und wenig Worten. Die Lacher bezüglich der Tricks, die vermeintlichen in die Hose gingen, wandelten sich in Staunen, wenn ein Trick plötzlich anderes als gewohnt funktionierte.

Manche Menschen sind vom Leben gezeichnet. Andere zeichnen ihr Leben, und sind damit erfolgreich. Dass man mit Kritzeleien durchaus auf einer Comedybühne bestehen kann, auch wenn jeder Kunstlehrer vermutlich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen würde angesichts der grauslich gezeichneten Figuren, bewies schließlich Micha Marx. Während sich seine Interaktion auf der Bühne im Wesentlichen darin beschränkt, auf den Weiter-Knopf seines Laptops zu drücken, spielten sich auf der Leinwand geradezu dramatische Szenen ab, wenn er über seine "streng cholerisch erzogene Kindheit" berichtete oder darüber, dass sein erstes Haustier ein Met-Igel war. Äußerst witzig waren auch seine Produktdesign-Ideen für ein schwedisches Möbelhaus, die es aus unerfindlichen Gründen bislang noch nicht ins Regal des Möbelhauses geschafft haben.

Den Haufen unterschiedlicher Künstler zusammengehalten und die verbindenden Worte gesprochen hat Sebastian Nitsch. Mit einer Portion Poesie und Ironie schaute er dem jungen Volk auf den Mund und stellte fest, dass die jungen Leute heute vorwiegend aus Zischlauten bestehen. "Isch lieb disch wirklisch" war nur ein Beispiel. Auch ouetet sich Sebastian Nitsch als Nasenflötenspieler. Mit kurzen Zugaben verabschiedeten sich am Ende alle vier Künstler auf der Bühne.