Der Automobilzulieferer A. Maier Präzision GmbH, ein St. Georgener Familienunternehmen in der fünften Generation, befindet sich in einer wirtschaftlichen Krise. Auslöser sei, so heißt es in einer Pressemitteilung der Kanzlei Nickert, der massive Bestellrückgang in der Automobilbranche. Da sich hieraus stark negative Auswirkungen auf die Liquiditätsplanung ergaben, strebe das Unternehmen an, sich in einem sogenannten Schutzschirmverfahren finanziell und betriebswirtschaftlich zu reorganisieren. Die Geschäftsleitung werde nun die verbesserten Möglichkeiten zur Sanierung von Unternehmen (ESUG) nutzen und einen Insolvenzplan ausarbeiten.

  • Weiterer Ablauf: Neben dem Antrag auf Eigenverwaltung wurde auch ein sogenanntes Schutzschirmverfahren beantragt. Das zuständige Amtsgericht Villingen-Schwenningen hat sämtlichen Anträgen stattgegeben. Damit hat A. Maier nun die Gelegenheit, in Eigenregie einen nachhaltigen Sanierungsplan zur Restrukturierung des Unternehmens vorzulegen.
Das könnte Sie auch interessieren
  • Gehälter durch Insolvenzgeld gesichert: Aktuell sind bei dem Unternehmen etwa 200 Mitarbeiter beschäftigt. Die Lohn- und Gehaltszahlungen seien über das Insolvenzgeld in voller Höhe sichergestellt.
  • Handelnde Personen: Durch die Anordnung des Schutzschirmverfahrens bleibt das Unternehmen selbst handlungsfähig; es ist weiterhin Herr des Verfahrens. Neben dem Geschäftsführer Torsten Mann wird sich die Kanzlei Nickert in den Sanierungsprozess einbringen. Damit stehe auch das spezifische sanierungs- und insolvenzrechtliche Wissen im Eigenverwaltungsverfahren zur Verfügung. Antragsgemäß wurde seitens des Gerichts Rechtsanwalt Dirk Pehl von der bundesweit tätigen Kanzlei „Schultze&Braun“ in Achern/Rottweil als vorläufiger Sachverwalter beratend und begleitend zur Seite gestellt.
  • Einflussfaktoren der Sanierung: Für die nachhaltige wirtschaftliche und finanzielle Erholung von A. Maier werde entscheidend sein, die vorliegenden Kundenaufträge trotz der eingetretenen Situation wie gewohnt zuverlässig, mängelfrei und pünktlich erfüllen zu können. Ferner wird, so heißt es, ein nachhaltiges Fortführungskonzept zu erarbeiten sein.
  • Zukunftsfähigkeit des Unternehmens: Die A. Maier gelte, so heißt es, nicht umsonst als ein qualitätsstarkes und verlässliches Unternehmen. Gerade diese Verlässlichkeit wird die Stütze der gerichtlichen Reorganisation sein. Der Geschäftsbetrieb wird während des Reorganisationsverfahrens unverändert aufrechterhalten. Die Zahlung der neu ausgeführten Bestellungen ist sichergestellt.
  • Keine Auskunft auf Nachfrage: In der Pressemitteilung, die von der Kanzlei Nickert an Presservertreter am späten Freitagnachmittag verschickt wurde, waren Rückfragen seitens der Presse am Freitag ausgeschlossen worden. Erst am Montag stehe man dafür bereit. Auch in der Kanzlei „Schultze&Braun“ war für unsere Redaktion am Freitag niemand mehr zu sprechen. Ebenso durfte der Geschäftsführer der Firma A. Maier, Torsten Mann, keine Auskünfte erteilen.