Jüngere Leute aus der Stadt dürften stutzen. Heugausfest? Nie gehört? In der Tat ist diese früher in der Region verwurzelte Form des Erntedanks seltener geworden. In Tennenbronn hatte zuletzt 2013 die Trachengruppe im Akkordeon zum Fest geladen. Nach 25 Jahren war Schluss, der Personalengpass machte den Veranstaltern zu schaffen, aber auch Bauvorschriften. In Nußbach stellt seit Jahr und Tag der Ortsverein des badischen landwirtschaftlichen Hauptvereins ein Fest auf die Beine, das mit einem Dankesgottesdienst als Höhepunkt regelmäßig zahlreiche Besucher aus der gesamten Raumschaft Triberg anzieht. Aber auch dort ermöglichte in diesem Jahr der reduzierte Helferkreis nur eine abgespeckte Version.

Vermutlich ist der Begriff Heugaus im 19. Jahrhundert entstanden. Im Dialekt wurde die "Gans" zur "Gaus" und landete nebst einiger Leidensgenossen als knuspriger Braten auf einem reich gedeckten Holztisch. An dem ließen sich der Bauer, seine Familie und die Helfer, die gerade erst den letzten mit Heu beladenen Erntewagen auf die Tenne gefahren und abgeladen hatten.

In St. Georgen ruckelt am Samstag, 15. September, vermutlich zwar kein voller Erntewagen über die Hauptstraße. Und auch eine aufnahmebereitet Tenne wird sich in der Innenstadt kaum finden lassen. Dennoch wird im Bereich Marktplatz/Bärenplatz ein Hegausfest gefeiert. Mit der Organisation beschäftigt sich derzeit Handels- und Gewerberverein. Eine erste Arbeitsgruppensitzung fand statt. Viele Unterthemen fallen für diesen langen Samstag ein. Autos, Oldtimer und Landmaschinen sollen ausgestellt werden, Tanz und Musik das Publikum unterhalten.

Das Heugausfest bietet mit Verkaufsständen Kunsthandwerkern und Handwerkern unter dem Oberbegriff "Heimatmarkt" eine Bühne, die eigenen Erzeugnisse in Szene zu setzen. Nicht fehlen darf ein vielseitiges Kinderprogramm – natürlich unter Einbindung des Namensgebers "Heu". Über weitere Ideen und die Unterstützung von Vereinen freuen sich die Organisatoren.

So richtig was los ist an diesem Wochenende übrigens auch am Sonntag. Am 16. September, so sagt der HGV-Kalender, kombinieren sich erneut ein verkaufsoffener Sonntag mit dem Naturparkmarkt.