Er bezeichnet sich selbst als eine "Mischung aus Cindy aus Marzahn und Atze Schröder", und findet, dass sein Nachname genauso gut die Bezeichnung für eine fiese Geschlechtskrankheit sein könnte. Der aus St. Georgen stammende Matthäus Zaborszyk überschüttete sich bei seinem Comedy-Debüt in seiner Heimatstadt selbst mit einer großen, erfrischenden Portion Selbstironie.

Mehr Publikumsinteresse als bei manchem erfahrenen Kollegen

Zaborszyk hat mit seinem Debüt etwas erreicht, was selbst Akteure, die seit vielen Jahren auf den Bühnenbrettern agieren, nicht alle geschafft haben: Der Theaterkeller des Theaters im Deutschen Haus platzte fast, die Besucher mussten zum Teil stehen oder hockten auf dem Boden. Alle wollten die Premiere von Matthäus Zaborszyk miterleben.

Erster Auftritt vor Publikum

Der 23-Jährige probierte an diesem Abend seine lustige Ader erstmals vor Publikum aus. Und was dieses zu hören bekam, lässt ahnen, dass da durchaus Potenzial dahinter steckt.

Kleine Hänger souverän weggelacht

Auch wenn er noch manches Mal den Faden verlor – etwa wenn er beim Vorlesen seiner Poetry-Slam-Texte seine eigene Handschrift nicht mehr entziffern konnte: Das nahmen ihm die Zuschauer, die größtenteils Freunde und langjährige Wegbegleiter des St. Georgeners waren, nicht übel. Mit seinem Lachen überspielte er die kleinen Pannen.

Die Zuschauer im voll besetzten Theaterkeller amüsieren sich über die witzigen und teilweise skurrilen Schilderungen aus dem Leben des Bruchpiloten.
Die Zuschauer im voll besetzten Theaterkeller amüsieren sich über die witzigen und teilweise skurrilen Schilderungen aus dem Leben des Bruchpiloten. | Bild: Sprich, Roland

Und mal ehrlich, ein zweistündiges Programm bei der Premiere komplett auswendig im Kopf zu haben, das schaffen oft nicht mal alte Hasen im Showgeschäft.

Lachtränen bei Schilderungen als Frachtflieger Oleg

Dass der Komödiant Matthäus Zaborszyk offensichtlich eine multiple Persönlichkeit ist, merkt man bereits am Intro, als er als osteuropäischer Frachtflieger Oleg mit Fliegerkappe und mit polnischem Akzent die Bühne betritt. Im Folgenden bestand sein Programm aus Erzählungen aus seinem Leben, die dem Publikum die Lachtränen in die Augen trieben.

Skurrile Erlebnisse als 1,93-Meter-Mann bei der Bundeswehr

So erzählte er von seinen Erlebnissen bei der Bundeswehr, wo er mit einer Körpergröße von 1,93 Metern nicht nur zu groß war, um Pilot zu werden. Offensichtlich ist auch die Ausrüstung nicht für Soldaten mit diesen Körpermaßen gemacht, was für skurrile Momente sorgte. Etwa, wenn "Hightower" – seinen Nachnamen konnten die Vorgesetzten nicht annähernd fehlerfrei aussprechen – das Marschgepäck anzog, was bei ihm eher aussah wie ein Minirucksack, was wiederum den Stabsfeldwebel zu einem Lachanfall verleitete.

Wie ein "Tatort"-Requisiteur in der U-Bahn irritiert

Da ihm ein Studium für Film- und Medienwissenschaften in England – ebenfalls wegen seines komplizierten Namens – auch verwehrt blieb, landete er auf Umwegen beim Fernsehen. In der Abteilung Requisite.

"Die müssen alles machen, was sonst keiner machen will", so die Stellenbeschreibung. Die wiederum darin gipfelte, dass er eines Tages, nachdem er für eine Filmszene einen "Tatort" präparierte, mit Blut verschmierten Händen und Klamotten in die Münchner U-Bahn stieg. Wobei ihm die Irritationen der übrigen Fahrgäste sicher waren.

Großes Unterhaltungspotenzial

Und das Fazit? Matthäus Zaborszyk besitzt durchaus großes Unterhaltungspotenzial. Nur an seiner Handschrift, da muss der Comedy-Neuling noch arbeiten, damit er seine Poetry-Slams flüssig vortragen kann.

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