"Ihr Artikel erweckt den Eindruck, dass sich die Gruppe, die sich lange ehrenamtlich um die Konzeption, die Gestaltung der Wanderwege am Klosterweiher, der Weiherterrassen, der Beschilderung über Historie, Flora und Fauna, Wegehinweise, etc. gekümmert hat, mal so still und heimlich „aus dem Staub“ gemacht hätte! Dem ist natürlich nicht so! Die Weiterarbeit konnte eine Zeit lang nicht mehr so effektiv und mit viel Einsatz durchgeführt werden, ich erinnere hier an den doch für uns alle so plötzlichen Tod unseres Freundes und Mitstreiters Arno Schwarz, der der Gruppe immer noch heftig nachgeht.

Wir, die anderen des Projekts hatten nebenbei auch noch beruflich zu tun – es wurde ein wenig zähflüssig, zumal auch die Aussicht auf Mittel für eine Weiterarbeit (z.B. Wegebeschilderung oder auch Brücke) nicht realistisch waren. Natürlich hatte ich/haben wir das Projekt zu keiner Zeit ad acta gelegt – es wurden Ideen für eine Gesamtbeschilderung gesammelt, Skizzen für Konzeption/Design, sowie Inhalte erstellt, bereits Anfragen bei einem örtlichen Hersteller zu den Kosten gemacht. Noch im Dezember hatte es eine Sitzung zur Weiterarbeit mit den verbliebenen Mitgliedern der Weiher-Gruppe gegeben.

In diese Planung hinein habe ich am 03. Januar ein Schreiben von Herrn Bürgermeister Rieger erhalten, dass die Stadt ihr gesamtes Corporate Design (Erscheinungsbild mit Logo, neue Farben, neue Schriften, neue Beschilderung innerhalb der Stadt, Broschüren, Briefe, Website, etc.) umstellen und neu konzeptionieren will. Diese Anfrage haben offenbar einige Agenturen erhalten. Da unser Büro zurzeit wegen anderer Verpflichtungen zeitlich nicht in der Lage ist, ein neues aufwändiges Gesamtkonzept innert drei Monaten zu entwerfen, habe ich Herrn Bürgermeister Rieger mitgeteilt, dass ich zukünftig neben anderen Projekten nicht weiter am Klosterweiherkonzept arbeiten kann, bzw. sollte. Die Gründe dafür sind einleuchtend: Eine neue Agentur wird ein neues Logo entwerfen, es wird andere Schrifttypen, Anordnungen, andere Bild- und Hinweisschilder geben.

Alle bekannten Darstellungen des jetzigen Erscheinungsbildes der Stadt sind dann hinfällig – auch die meiner Konzeption für eine Beschilderung der Weiher-Wanderwege. Es ist falsch anzunehmen, das Info-Konzept am Weiher hätte mit der Neu-Gestaltung der CI von St. Georgen nichts zu tun. Diese Vorstellung ist irrig – alles muss dann aus einem Guss sein! Die neue Agentur muss in der Gestaltung komplett frei sein, ohne sich mit „älteren Vorschlägen“ beschäftigen zu müssen, geschweige denn, diese womöglich übernehmen zu müssen."

 

Hans Uwe Lorius, St. Georgen, Dipl. Industrial Designer