Neue Liste, neue Gesichter – zumindest im Rahmen der Kommunalwahl. Klaus Lachner (63) und Manuel Geiger (29) sind der älteste beziehungsweise der jüngste Kandidat auf der neu aufgestellten Grünen Liste, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai den Sprung ins Stadtparlament schaffen will.

Unterschiedliche Ziele

Dabei haben die beiden Kandidaten, die durch 34 Jahre getrennt sind, unterschiedliche Ziele. So ist für den studierten Chemiker Klaus Lachner, der an der Hochschule Furtwangen lehrt, klar: Er will einen Platz im Gemeinderat. Manuel Geiger hingegen sieht sich eher als Unterstützer an. " Ich habe eigentlich nicht primär das Ziel, in den Gemeinderat zu kommen", sagt er mit einem Lächeln.

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Geiger möchte sich politisch einsetzen

Das bedeute jedoch nicht, dass er keinerlei Ambitionen habe, stellt er klar. "Wenn ich gewählt werde, mache ich das gerne", betont er. Vielmehr, so Geiger, gehe es ihm um die Unterstützung der anderen Kandidaten auf der Grünen Liste und das politische Engagement. "Es ist einfach wichtig, sich politisch einzusetzen", erklärt der staatlich geprüfte Wirtschafter für Öko-Landbau sein Motiv für seine Kandidatur. Bekräftigt in dieser Entscheidung habe ihn auch der ehemalige Grünen-Stadtradt Bernhard Zeitler.

Wohnraum von großer Bedeutung

Im Blick auf St. Georgen ist für ihn das Thema Wohnraum von großer Bedeutung. "Es ist wichtig, die Stadtentwicklung im Flächenverbrauch zu reduzieren und die Innenentwicklung zu stärken", meint der 29-Jährige. Dabei denke er daran, den vorhandenen Wohnraum zu nutzen, um sich als Stadt nicht uendlich auszudehnen. Auch den demografischen Wandel habe er diesbezüglich im Blick. "Für Leute, denen es schwerfällt, ihr Haus oder Grundstück zu unterhalten, sollte die Möglichkeit geboten werden, ein seniorengerechtes und barrierefreies Wohnen zu ermöglichen."

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Ähnliches sieht es auch Klaus Lachner. In Konkurrenz mit anderen mittelgroßen Städten versuche man, Neubürger anzuziehen und Industrie zu schaffen, "doch zu welchem Preis?", fragt Lachner. Man könne nicht einerseits von Naturnähe sprechen, während man mehr Fläche für Industrie schaffe.

"Gewässerqualität liegt mir am Herzen"

Verbesserungsbedarf sieht der Chemiker vor allem in seinem Gebiet, dem Wasser. "Seit rund 25 Jahren bin ich im Schwarzwald-Baar-Kreis als Fachberater für Chemie- und Gefahrenguteinsätze bei der Feuerwehr tätig, außerdem bin ich Vorsitzender des Angelvereins. Die Gewässerqualität und -chemie liegen mir deshalb am Herzen", erklärt der 63-Jährige.

Fehlende Auffangmöglichkeiten für Löschwasser

So bemängelt er unter anderem fehlende Auffangmöglichkeiten für Löschwasser bei Unternehmen in der Region. "Wenn ich in einer Firma sehe, dass da keinerlei Möglichkeiten vorhanden sind, um Löschwasser zurückzuhalten, bekomme ich graue Haare", sagt Lachner. Denn so könne bei einem Brandereignis ein mit Löschwasser verdünnter Gefahrenstoff im Bach landen. "Bei einem Großbrand in Peterzell im Jahr 2011 sind größere Mengen Löschwasser und haben die Brigach so erhitzt, dass die Fische gestorben sind", erinnert sich der 63-Jährige sich.

"Tickende Zeitbomben"

"Deshalb sei es auch wichtig, die Kanalisationspläne zu aktualisieren, erklärt er. Aus seiner Erfahrung bei der Feuerwehr weiß er: "Die Pläne stimmen gar nicht." Ebenfalls ein wichtiges Thema seien alte, wilde Mülldeponien in St. Georgen. Diese Industriealtlasten seien "tickende Zeitbomben", warnt der Chemiker vor einer möglichen Verschmutzung des Grundwassers. "Da ein Auge darauf zu haben, halte ich nicht für sinnlos."