Der Schaukasten am Haus der evangelischen Gemeinde Eben-Ezer in der Bahnhofstraße soll eine Botschaft der Offenheit vermitteln. Schemenhaft sind auf dem Plakat flüchtende Menschen abgebildet. Die Zeilen „Du bist der Gott, der mich sieht“ sind als Botschaft zu verstehen. Das Zitat aus dem 1. Buch Mose soll verdeutlichen, dass der christliche Gott für alle Menschen offen ist, erklärt Helen Rollinger, die als Mitarbeiterin der Stiftung „Helfen aus Dank“ die Flüchtlingshilfe der Kirchengemeinden koordiniert.

Die Botschaft des von Eben-Ezer Gemeindemitglied Carolin Kieninger gestalteten Schaukastens wird innerhalb der seit 2014 bestehenden Initiative „Sachihr Friedenshoffnung“ ganz praktisch umgesetzt. Das Projekt wurde von der St. Georgerin Carola Fritsch im Rahmen eines Praktikums bei der Wirkstatt gegründet. Helen Rollinger koordiniert darin die Einsätze von über 30 Ehrenamtlichen. Die meisten der freiwilligen Helfer sind Mitglieder der örtlichen Kirchengemeinden. „Innerhalb des Projekts haben wir drei Arbeitsbereiche“, erklärt Rollinger. Der größte und wichtigste Bereich seien die Familienpatenschaften in den Flüchtlingsfamilien. 19 Patenschaften dieser Art gebe es aktuell. Die Ehrenamtlichen helfen den zumeist syrischen Familien durch den Alltag, übernehmen Behördengänge, helfen bei Schul- oder Kindergartenfragen. „Oftmals entstehen auch private Freundschaften“, weiß Helen Rollinger.

Das zweite Aufgabenfeld innerhalb des Projekts bezieht sich auf den Sprachunterricht. „Erst wenn ein Aufenthaltsstatus ausgestellt wird, stehen den Flüchtlingen Integrations- und Sprachkurse zu. Für die Zeit bis dahin bieten wir Sprachkurse an“ erklärt Rollinger. Die dafür nötigen Materialien werden durch Spenden finanziert.

Gemeinsame Treffen oder Vorträge, Feste und Fortbildungen für die Ehrenamtlichen werden im dritten Arbeitsfeld zusammengefasst. Hauptanliegen hier sei das gegenseitige Kennenlernen, verdeutlicht Rollinger. „Alle zwei bis drei Monate veranstalten wir in den Gemeinderäumen ein Fest. Zuletzt fanden im Herbst Begegnungstage statt.“ Als nächstes ist ein Infoabend geplant, an dem Flüchtlingen das deutsche Sozialsystem erklärt werden soll.

Die Ehrenamtlichen teilen ihr Engagement frei ein. Eine Aufwandsentschädigung gibt es nicht. „Das verlangen unsere Helfer auch gar nicht“, so Rollinger.

Seit gut einem Jahr arbeitet die 28-Jährige Rollinger bei der von Alexander Papst geführten Stiftung „Helfen aus Dank“. Die studierte Sozialarbeiterin und Gemeindediakonin schätzt die vielen verschiedenen Bereiche ihres Beruf: „Ich lerne viele verschiedene Aspekte durch die Arbeit kennen. Oftmals vermischt sich aber auch das Private mit dem Beruflichen, beispielsweise wenn man sich im Supermarkt trifft.“


Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz informiert sich über Flüchtlingsarbeit

Die Bundestagsabgeordnete Annette Widmann-Mauz, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium, kommt am Montag, 29. Februar, nach St. Georgen, um sich über die Flüchtlingsarbeit in der Bergstadt zu informieren.

Treffen im Café Bohnenheld: Neben Annette Widmann-Mauz nehmen an der Gesprächsrunde über die Flüchtlingsarbeit auch Karl Rombach (CDU), Landtagsabgeordneter des Wahlkreises Villingen-Schwenningen, Markus Esterle von der Stadtverwaltung, Pastor Tobias Beisswenger und Manfred Scherer, CDU-Stadtverbandsvorsitzender, teil. Das Treffen findet zwischen 12 und 13.30 Uhr im Café Bohnenheld in der Friedrichstr. 23 statt. Asyl-Helfer und Flüchtlinge sollen an dem Treffen ebenfalls teilnehmen. Im Café Bohnenheld finden auch regelmäßig Sprachkurse für Flüchtlinge statt.

SÜDKURIER-Datenbank für Flüchtlingshilfe:

Sie wollen helfen? Sie finden die Dinge, die benötigt werden, geordnet nach den Regionen Kreis Konstanz, Bodenseekreis, Schwarzwald, Kreis Sigmaringen und Hochrhein, unter:www.suedkurier.de/skhilft

Wie die Datenbank funktioniert:

Über das Suchfeld können Sie die Tabelle nach allen Schlagworten filtern: Sie können hier den Namen Ihrer Gemeinde eingeben, oder auch beispielsweise „Fahrrad“, wenn Sie wissen wollen, ob eine Organisation momentan Fahrräder benötigt. Schon während der Eingabe filtert die Suche die Tabelle – so finden Sie schnell die passende Initiative.

Liste wird ständig aktualisiert:

Die Hilfsorganisationen in der Region benötigen neben Sachspenden von Bettwäsche bis Kochzubehör auch freiwillige Helfer beispielsweise für Sprachpatenschaften, sowie Geldspenden. Was die einzelne Organisation aktuell braucht, können Sie in der Spalte „Was wird benötigt“ ablesen. Vor allem diese Spalte wird wöchentlich aktualisiert, denn der Bedarf der Organisationen ändert sich schnell.

Ich organisiere selbst ein Hilfsangebot. Wie kann ich in die Datenbank aufgenommen werden?

Organisationen, die in die Datenbank aufgenommen werden möchten, können sich per E-Mail melden: skhilft@suedkurier.deFür die Aufnahme benötigen wir Informationen über den Ort, den Namen der Organisation, einen Ansprechpartner und den aktuellen Bedarf.