Wer gestern einen Blick in den Hof des Jugendhauses warf, der sah fliegende Jonglage-Keulen, in Formation rollende Einrad-Fahrer, auf Kugeln balancierende Kinder. Unverkennbar: Der Kinderzirkus des Ferienprogramms hat sein Training aufgenommen. Bis Donnerstag üben die 20 Nachwuchskünstler, am Freitag ist die große Aufführung.

Schon am ersten Trainingstag waren Tricks zu sehen, bei denen sich mancher Erwachsene mittelschwere Verrenkungen zuziehen oder wegen fehlendem Talent jegliche Geduld verlieren würden. Kein Wunder: Viele der Kinder haben schon in den vergangenen Jahren Zirkus mitgemacht. "Mehr als die Hälfte" habe schon Erfahrung, sagt Dieter Krücken vom Kinderzirkus "Pepperoni" der mit den Kindern die Vorstellung einstudiert. Am längsten dabei sind Hannah und Melanie Marie, schon sieben, acht Mal haben sie mitgemacht, so ganz genau wissen sie das selbst nicht mehr. Ihre Kunst ist das Einradfahren, warum sie jedes Jahr wieder aufs Neue kommen ist schnell erklärt: "Weil's einfach Spaß macht", sagt Melanie Marie.

Wenn Dieter Krücken aufzählt, was alles so geboten ist, klingt das schon wie ein ausgewachsenes Zirkusprogramm: "Diabolo, Devilsticks, Einrad, Tellerdrehen, Jonglieren, Leiterakrobatik, Rola Bola, Hula-Hoop", zählt er auf. Jeder Teilnehmer kann sich dabei erst einmal an allem probieren und sich dann für zwei Sachen entscheiden. Daraus entwickeln sich nach der Zirkuszeit teils richtige Hobbys: "Mancher hat danach dann schon ein Diabolo-Set gekauft, oder sich ein eigenes Einrad", sagt Krücken, der bereits seit rund 25 Jahren jährlich nach St. Georgen kommt.

Am Freitag um 14 Uhr zeigt sich dann, welches Programm die Kinder und Jugendlichen sich dieses Mal ausgedacht haben. Bei gutem Wetter ist die Vorstellung auf dem Marktplatz, bei schlechtem in der Pausenhalle der Robert-Gerwig-Schule. "Bei den meisten Vorstellungen waren die Zuschauer danach erstaunt, dass das alles in vier Tagen einstudiert wurde", erinnert sich Krücken, "teilweise ist schon verrückt, was da rauskommt."