Die Freiheit der Kunst beinhaltet auch, dass jeder Betrachter in einem Werk sehen kann was er will. So gesehen bietet auch die Skulptur an der Hauptstraße vor dem Haupteingang von ebm-papst derzeit allerlei Spielraum für Interpretationen.

Denn seit Sturmtief Sabine im vergangenen Monat die Lanze der meterhohen Figur abgeknickt hat, scheint diese ein wenig verdutzt und ratlos in Richtung Bärenplatz zu schauen. Tatsächlich stellt sich schon aus ideeller Sicht die Frage: Kann man ein Kunstwerk eigentlich einfach so reparieren?

Man kann, sagt Hannah Eckstein, die Leiterin der Sammlung Grässlin, zu der die Skulptur gehört. Und man wird, wie sie hinzufügt. „In den kommenden Wochen wird sich ein Handwerker in Absprache mit dem Künstler um die Reparatur kümmern.“ Mit einer Form aus Holzlatten sei es möglich, die Lanze aus Aluminium-Guss vor Ort wieder zusammenzufügen, ohne dass die Skulptur abgebaut werden müsste.

Routine im Umgang mit Schäden

Überhaupt hat die Sammlung Grässlin bereits einige Erfahrungen mit Schäden an der Guss-Figur gesammelt und inzwischen eine gewisse Routine im Umgang damit entwickelt, wie Hannah Eckstein erklärt. Dies sei jetzt schon das dritte oder vierte Mal, dass die Skulptur beschädigt wurde – sei es durch Wettereinfluss, oder weil sie Ziel von Vandalismus wurde. „Wir haben uns da schon daran gewöhnt“, sagt die Sammlungsleiterin gelassen.

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So wird es noch einige Wochen dauern, in denen die Figur weiterhin etwas verloren in die Gegend blickt, bis sie zum wiederholten Mal restauriert werden kann. Und auch wenn sich schon so mancher Passant über ihre Körperhaltung und Mimik den Kopf zerbrochen haben mag, macht die Skulptur immer wieder deutlich: Langweilig wird es mit ihr sicherlich auch in Zukunft nicht.