Die Fertigstellung des Vorzeigeprojekts der EGT an der Bundesstraße in St. Georgen verzögert sich. Zum einen musste das Gelände gründlich vom Kampfmittelräumdienst auf Blindgänger untersucht werden, zum anderen ist auch der Untergrund schwerer bebaubar, weshalb zusätzliche Maßnahmen für die Standsicherheit ergriffen wurde.

Deshalb soll das Fünf-Millionen-Euro-Gebäude nun deutlich später bezugsfertig sein. Nach aktuellem Zeitplan ist dies, so EGT-Geschäftsführer Erik Hugel, dann im Mai 2019. Der Arbeiten am Rohbau sind bis Mitte Oktober geplant. Zunächst hatte die EGT angedacht, das Gebäude bereits im Winter 2018 zu beziehen. Man habe den Boden auf Kampfmittel genauer untersucht, weil Luftbildauswertungen zeigten, dass es durchaus hätte sein können, dass Blindgänger im Untergrund sind. Das Gelände sei in Abschnitte unterteilt und Stück für Stück untersucht worden, gefunden wurde nichts.

Die EGT errichtet an der Bahnhofstraße ein neues Gebäude.
Die EGT errichtet an der Bahnhofstraße ein neues Gebäude. | Bild: Egt

Eine weitere Herausforderung stellte die Beschaffenheit des Bodens dar. Zwar habe man gewusst, dass der Boden schwierig zu bebauen sei, letztlich sei es aber notwendig gewesen, zusätzliche Pfähle in den Boden einzubringen, damit das Gebäude standsicher wird. "Wir haben die Gelegenheit genutzt, die Säulen mit sogenannten Wärmesonden versehen und haben unser Konzept dahingehend angepasst", sagt Erik Hugel. Diese Sonden geben im Winter Wärme ab und kühlen im Sommer. Man habe aus der Not eine Tugend gemacht. Allerdings räumt der Geschäftsführer auch ein, dass die Baukosten durch diese Umstände gestiegen sind.

Nach Fertigstellung des Gebäudes sollen die EGT-Gebäudetechnik und die Aquavilla GmbH einziehen. Rund 80 Arbeitsplätze haben Platz. Darunter auch die EGT-Gebäudetechniker, die von Triberg nach St. Georgen umziehen. Die Aquavilla GmbH hat für die Bauzeit ein Ausweichquartier in einem alten Autohaus auf der Seebauernhöhe bezogen.

Kein Problem für Aquavilla

Für die Aquavilla GmbH ergeben sich keine Probleme aus der Zeitverzögerung. "Wir haben unsere temporäre Betriebsstätte in der Feldbergstraße und können hier ganz normal produzieren", sagt Geschäftsführer Michael Dold. Die Bedingungen seien hervorragend, weshalb die Verzögerung nicht weh tue, so Dold. Der Mietvertrag, der bis Ende des Jahres laufen sollte, könne problemlos um ein paar Monate verlängert werden. Michael Dold sei als künftiger Mieter in die Planungen involviert und stehe im ständigen Austausch mit der EGT.

Rudolf Kastner, Vorstandsvorsitzender der EGT, sprach bei der Vorstellung des Projekts im vergangenen Jahr davon, dass es sich um ein Leuchtturm-Projekt handle. Er sagte:" Ich bin mir sicher, dass das Gebäude dem Stadtbild gut tun wird. Es ist ein Aushängeschild für die erneuerbaren Energien und die intelligente Gebäudetechnik.