Augenscheinlich herrscht Stillstand auf der Baustelle der Wahl GmbH in Peterzell. Wo früher im Hagenmoos das Produktionsgebäude der Firma Grässlin stand, liegen jetzt sauber getrennte Haufen mit Bauschutt. Schon an ihrer Farbe ist zu erkennen, dass es sich hier um unterschiedliche Materialien handelt.

Das geht auf eine Entscheidung zurück, die man bei Wahl schon vor dem Abriss des Gebäudes getroffen hat, wie Ansgar Heege berichtet, der technische Direktor des Unternehmens aus Unterkirnach. „Der Rückbau des alten Gebäudes ist soweit abgeschlossen und die Materialien wie Bruchstein, Betonreste und Teile des Felsens werden wir beim Neubau wiederverwenden.“

„Realistischerweise unwahrscheinlich“

Doch obwohl alles bereit liegt, lässt der Baubeginn noch auf sich warten. Das liegt einerseits daran, dass der Bebauungsplan für das Gebiet von der Stadt St. Georgen noch freigegeben werden muss, und andererseits, dass der Winter vor der Tür steht. „Man kann natürlich schon vor dem Kälteeinbruch anfangen zu bauen, um den Termin formell einzuhalten, aber dann kann es passieren, dass das Gebaute wieder einfriert und damit die Festigkeit nicht mehr gegeben ist“, so Heege.

Aktuell sei es deshalb „realistischerweise unwahrscheinlich“, dass die Bauarbeiten noch in diesem Jahr anfangen, wie er sagt. Ohnehin ist man mit dem Fortschritt auf der Baustelle etwa vier Monate im Verzug, aber man rechne damit, dass die Fertigstellung bis Ende 2021 eingehalten werden könne. Ursprünglich hatte das Unternehmen bereits im Sommer 2021 seinen Sitz in die Bergstadt verlegen wollen. Dieser Termin ist wegen der Verzögerungen nicht mehr einzuhalten.

15.000 Tonnen Bauschutt

Für einen zweistelligen Millionenbetrag wird die Firma Wahl im Hagenmoos bis dahin Produktionshallen und ein Verwaltungsgebäude bauen, um anschließend den jetzigen Standort von Unterkirnach komplett nach Peterzell zu verlegen. Rund 15.000 Tonnen geschredderter Bauschutt werden dann für den Neubau wiederverwendet worden sein. Denn statt das alte Grässlin-Gebäude einfach einzureißen, hat man sich bei Wahl früh für einen „ressourcen- und umweltschonenden Rückbau“ entschieden, wie Heege sagt. Hätte man alles nach gängiger Art abgerissen und den Beton mit Styropor und anderen Kunststoffen vermischt, hätte alles als Sonderabfall abtransportiert werden müssen. So jedoch wurden die Betonreste von einer mobilen Bruchanlage zerkleinert und die Metalle aussortiert. Ein großer Aufwand, der sich letztlich aber auch finanziell ausgezahlt habe und ein Vorbild für ähnliche Rückbauten sein könne, so Heege. „Wir können aus heutiger Sicht sagen, dass das Recycling nicht teurer ist, als es ein Rückbau nach alter Methode gewesen wäre.“

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