Er bezeichnet sich selbst als Meister der geistigen Bilder. Und in der Tat, Kabarettist Götz Frittrang lässt durch seine Erzählungen Bilder in den Köpfen seines Publikums entstehen. Dabei überzeichnete er jede noch so banale Situation bis ins Unermessliche, sodass die Besucher im Theater im Deutschen Haus aus dem Lachen nicht mehr heraus kamen.

Die Besucher amüsieren sich prächtig und finden sich in manchen Situation der Schilderungen von Götz Frittrang trotz Überzeichnung wieder.
Die Besucher amüsieren sich prächtig und finden sich in manchen Situation der Schilderungen von Götz Frittrang trotz Überzeichnung wieder. | Bild: Sprich, Roland

Die Themen, die der fränkische Kabarettist beackerte, waren bunt gemischt. Begonnen in der Kindheit, wo sämtliche Krankheiten als Wachstumsschmerz bezeichnet wurden, über die Pubertät bis ins "hohe Alter" von 41 Jahren, in dem man definitiv kein junger Mann mehr sei. Was ihm durchaus Vorteile beschere, könne er jetzt doch ebenfalls den Kopf über die Jugend schütteln. Ihm persönlich sei älteres Publikum ohnehin lieber, das beim Wort Flüchtlingskrise zuerst an Schlesien und nicht an Syrien denke.

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Andererseits sei man als Mann altersunabhängig immer auf der Jagd nach der Frau fürs Leben, die einem etwa 15 Mal pro Tag begegne. Die eingezogene Wampe als Versuch, dadurch athletischer auszusehen, bezeichnete er sogleich als "armselige Version eines Push-up-BHs".

Seine verbale Illustration einer banalen Situation, die ein Mann während einer 20-sekündigen Fahrt mit dem Aufzug durchlebt, wenn eine Frau den Lift betritt und Mann dadurch "mehrere Rosamunde-Pilcher-Filme gleichzeitig durchlebe", sorgte ebenso für Lachsalven wie die Schilderung einer Urlaubsfahrt nach Italien in den 70er-Jahren. Ohne Klimaanlage, dafür inklusive heißen Erfrischungsgetränken.

An Themen, die sich zur Überspitzung eignen, mangelte es nicht. Ob einschüchternde Kindererziehung, der Begründung, weshalb er keine selbst gebackenen Kuchen isst oder Erlebnisse von Seniorenbusreisen, jedwede noch so harmlose Situation sammelte sich durch seine Schilderungen in einem Skurrilitätenkabinett. Dabei wandelte er stets auf dem schmalen Grat zwischen Irrsinn und dem "ja, so könnte es tatsächlich sein", sodass das Publikum sich in der einen oder anderen Schilderung durchaus wiedererkennen konnte.