Kabarettisten ziehen über politische Themen her und nehmen dabei kein Blatt vor den Mund. Das ist man als Konsument derartiger kultureller Angebote gewohnt. Es ist schließlich deren Aufgabe, politische Zusammenhänge überspitzt wiederzugeben. Wenn aber derjenige, der da auf der Bühne steht und die große Politik mit spitzer Zunge seziert, gerade mal 17 Jahre jung ist, dann darf man zu Recht erst einmal skeptisch werden.

Kann einer, der zu seinen Auftritten noch nicht mal selbst mit dem Auto anfahren darf und von den Eltern eine Erlaubnis mit sich führen muss, dass er alleine auf Tour gehen darf, um auf den Kleinkunstbühnen dieses Landes seine Weisheiten zum Besten zu geben, sein Publikum mit Kabarett unterhalten? Bernard Paschke kann das.

Auf dem Antikhof in Peterzell schoss er seine Gags ab wie Salven aus einem Schnellfeuergewehr. Politik, Religion, Liebe sind seine bevorzugten Themen. Seine Pointen sitzen. Trotz seiner wenigen Lenze ist der Bonner Jungkabarettist schon bühnenerfahren. Von der Theaterbühne wechselte er ins kabarettistische Fach. Und er will das durchziehen, wie er in der Pause im Gespräch mit dieser Zeitung erklärt. Und wenn Paschke. wie im Antikhof, nur vor einer Handvoll Zuschauer spielt, gehört das eben auch dazu. So spricht er seine Texte auch immer wieder ins Mikrofon, das wegen der überschaubaren Besucherzahl noch nicht mal an einen Verstärker angeschlossen ist. Die Show muss schließlich durchgezogen werden.

Nach seinen Vorbildern befragt, zählt Bernard Paschke selbstbewusst Kabarettgrößen wie Dieter Nuhr auf. Und die, die ihn auf dem Antikhof live erlebt haben, sind optimistisch, dass man von Bernard Paschke noch so einiges zu hören und zu sehen bekommen wird.

st-georgen.redaktion@suedkurier.de

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