„Das Wetter spült uns die Leute ins Museum“, stellt Hedwig Reinl an der Kasse zufrieden fest. Denn daraußen hängen graue Wolken tief über der Bergstadt. Immer wieder nieselt es auch daraus. Die Teilzeitangestellte der Stadt, schon über fünf Jahre im Museum tätig, kennt das schon. Der Besuch im Museum ist stark wetterabhängig, weiß sie. Eher trübes Wetter ist deshalb den Museumsleute gerade recht.

Jürgen Weisser vom Arbeitskreis Phonomuseum zeigt zum Auftakt einen einführenden Film, der die Entwicklung der Phonogeräte schildert, ehe er die verschiedenen Geräte in chronologischer Reihenfolge vorstellt, angefangen von einem Orchestrion aus dem Jahre 1900 bis zu den modernen Plattenspielern.

Die Besucher hören interessiert zu. Aus manchen Kommentaren oder Reaktionen ist herauszuhören oder zu -lesen, dass sie selbst Erinnerungen mit dem Geschilderten verbindet. So als Weisser vom Geldstück erzählt, das in eine Vorläufer der Musikbox eingeworfen werden musste, ehe die Musik ertönte. Unter den Besuchern sind auch Monika und Albrecht Hauck aus St. Ingbert im Saarland. Ihnen gefällt die Führung sehr gut. Sie verbringen gerade Urlaubstage im Schwarzwald, wo sie die Ruhe, das Wandern "und die Schwarzwälder Kirschtorte" schätzen.

Mit der ganzen Familie ist Jürgen Fluck aus Donaueschingen dabei. Eigens für dir Führung sind sie zu einem Tagesausflug in die Bergstadt gekommen. Während die Kinder natürlich keinen Bezug zu den Geräten hätten, könne er sich schon eher in die Zeit zurückversetzen, wozu auch die passende Musik beiträgt, die immer wieder mal mit den verschiedenen Ausstellungsstücken vorgeführt wird.

Ein Spaß für die Kinder ist aber auch ein Trichtergrammophon aus dem Jahr 1920. Die Dauerleihgabe der Familie Kaltenbach aus Schönwald ist mit einer Art frühen Diskokugel ausgestattet, die über Spiegel für Leuchteffekte sorgt. Und dann waren die Kinder auch noch mit viel Engagement beim abschließenden Bastelangebot dabei.

 

Zum Museum

Das Deutsche Phonomuseum, eine Einrichtung der Stadt St. Georgen, ist aus der Sammlung zweier ehemaliger Mitarbeiter der Firmen Dual und PE hervorgegangen und war zuerst im 1972 eröffneten Rathaus untergebracht. 2011 zog es dank großzügiger Unterstützung von Georg Papst an den heutigen Standort, erweitert um neue Exponate der Familie Dietz. (fue)