Wie ein Dinosaurier frisst sich ein Abriss-Bagger mit seinem langen Arm durch das alte Gebäude an der Bahnhofstraße. Zerbrochene Wände fallen zu Boden, Fenster zerbersten, Staub wirbelt durch die Luft und macht es der Sonne schwer überhaupt durch den Pulvertepppich zu spitzeln. Wer gestern Morgen, gegen 9 Uhr, auf der B33 in St. Georgen unterwegs war, dem ist dieser spektakuläre Abriss mit Sicherheit nicht entgangen, den die Firma Perpetuum Ebner (PE) derzeit auf dem Bahnhofs-Areal durchführt. Künftig soll für rund neun Millionen Euro ein neuer Gebäudekomplex das Ortsbild von St. Georgen verschönern.

Bauarbeiten liegen im Zeitplan

Seit ungefähr vier Wochen laufen die Arbeiten in der Nähe des Bahnhofs auf Hochtouren. "Wir sind im Zeitplan", erklärt Martin Friedrich, Geschäftsführer der Perpetuum-Ebner GmbH & Co. KG, ein in St. Georgen ansässiger Vermieter von Gewerbeimmobilien. Neben einigen Garagen, auf deren Fläche in Zukunft überdachte Container stehen werden, wurde bereist ein Flachbau abgerissen. "Jetzt geht es mit dem Rückbau weiter", sagte Friedrich, ehe Anfang 2019 Pfähle für das Fundament des Neubaus in den Boden gesetzt werden sollen.

Komplex soll Ende 2020 fertig sein

Ende 2020 soll der neue Gebäudekomplex stehen, doch kalte Temperaturen könnten die Arbeiten in die Länge ziehen. Man sei beim Neubau grundsätzlich abhängig von der Witterung.

Unberechenbar sind auch Kampfmittel aus dem zweiten Weltkrieg. Die könnten den Tiefbau, ähnlich wie bei dem Bau des Gebäudes der EGT, erheblich beeinträchtigen. Friedrich geht nicht davon aus, dass Blindgänger auf der Baufläche vorhanden sind. Zwar gebe es Hinweise, dass über dem Areal ein Luftangriff geflogen wurde, "aber die Gebäude, die hier stehen, wurden schon vor dem Krieg gebaut und waren unversehrt", so Friedrich. Für ihn ein Zeichen dafür, dass alles in Ordnung sei. Trotzdem soll ein Kampfmittelräumdienst die Fläche überprüfen.

Das Gebiet an der Ecke Bahnhofstraße und B33 bezeichnet der Geschäftsführer von Perpetuum Ebner als "Tor zur Stadt". Durchreisende Autofahrer seien in der Vergangenheit durch das Aussehen im Bereich des Bahnhofs und der Umgebung nicht dazu animiert worden, anzuhalten und die Stadt zu besuchen. Das soll sich durch die neuen Gebäude ändern.