St. Georgen – Wurst und Käse in Kunststoffverpackungen abgepackt, Obst mit Plastikfolie umhüllt und der Joghurt im Plastikbecher – als Konsument kommt man kaum umhin, täglich Kunststoffverpackungen zu kaufen und damit Plastikmüll zu produzieren. Doch geht es auch anders? Wir haben in St. Georgen geschaut, wo und wie man einkaufen kann, ohne die Umwelt mit schädlichen Plastikverpackungen zu belasten. Das Ergebnis: In den St. Georgener Lebensmittelläden ist es sehr gut möglich, beim Einkauf auf Plastikverpackungen zu verzichten und Fleisch, Wurst, Käse, Obst und Gemüse stattdessen in mitgebrachte Dosen oder Stofftaschen einpacken zu lassen.

Metzgerei Hodler

"Es gibt bestimmte Kunden, die ihre eigenen Gefäße mitbringen und so Verantwortung zeigen", stellt Metzgereiverkäuferin Lisa Fleschhut fest. Die Kunden stellen ihr Gefäß auf die Ladentheke, die Verkäuferinnen packen die Ware dann dort ein. Aus hygienischen Gründen dürfen mitgebrachte Gefäße nicht hinter den Ladentisch genommen werden.

Lisa Fleschhut von der Metzgerei Hodler legt Wienerle in ein Kundengefäß, um so den Verbrauch von Plastikverpackungen einzudämmen. So lange die mitgebrachten Behältnisse auf der Ladentheke stehen bleiben, ist gegen das Mitbringen von eigenen Behältnissen nichts einzuwenden. Bilder: Roland Sprich
Lisa Fleschhut von der Metzgerei Hodler legt Wienerle in ein Kundengefäß, um so den Verbrauch von Plastikverpackungen einzudämmen. Solange die mitgebrachten Behältnisse auf der Ladentheke stehen bleiben, ist gegen das Mitbringen von eigenen Behältnissen nichts einzuwenden. Bilder: Roland Sprich

Bäckerei Hallerbeck

Brot und Wecken lassen sich gut in Papiertüten verpacken. "Wir freuen uns, wenn Kunden ihre eigenen Behältnisse mitbringen und die Leute so Verantwortung zeigen", sagt Sigrid Ettwein. Allerdings seien es noch zu wenige Kunden, die eigene Stoffbeutel mitbringen. Und ganz lässt sich die Verwendung von Plastik nicht vermeiden. Beispielsweise, wenn jemand geschnittenes Brot haben möchte, wird das noch in Plastiktüten verpackt.

Natur- und Feinkost Hoppe

Hier legt Inhaberin Angela Hoppe bereits beim Wareneinkauf neben der Regionalität Wert auf die Verpackung. So ist der Großteil Obst und Gemüse nicht abgepackt und kann in spezielle Tüten aus biologisch abbaubarem Pergamon abgefüllt werden. Produkte wie Antipasti können in eigens dafür bereitgestellte Gläser gefüllt werden. Selbst Shampoo-Seife ist im Angebot – im Karton statt in der Plastikflasche verpackt.

Angela Hoppe vom Feinkostgeschäft zeigt eine spezielle Tüte aus Pergamon. Sie ist biologisch abbaubar.
Angela Hoppe vom Feinkostgeschäft zeigt eine spezielle Tüte aus Pergamon. Sie ist biologisch abbaubar.

Metzgerei Rieckmann

Noch ist die Nachfrage nach umweltfreundlicher Verpackung zwar gering, sagt Metzgermeister Hans-Peter Rieckmann: "Aber auf Wunsch verpacken wir unseren Kunden alles in Papier." Auch eigene Gefäße können die Kunden mitbringen, um Aufschnitt, Wienerle und Co. mitzunehmen. Die Metzgerei befasst sich zudem mit der Einführung von umweltfreundlichem Verpackungsmaterial aus biologisch abbaubarer Maisstärke. Allerdings seien hier die Kosten für solche Materialien noch zu hoch.

Obstladen Haller, Peterzell

Dass sich verstärkt jüngere Kundschaft umweltbewusst zeigt, stellt man beim Obstladen Haller in Peterzell fest. "Gerade Mütter mit Babys und Kleinkindern fragen gezielt nach Papiertüten", sagt Verkäuferin Anita Grieshaber. Seit einiger Zeit bietet der Obst- und Gemüsehändler auch spezielle Stoffbeutelchen in verschiedenen Größen an, damit die Kunden Äpfel, Kartoffeln und dergleichen ohne Plastiktüte mitnehmen können.

Anita Grieshaber vom Obstladen Haller in Peterzell packt Äpfel in ein Säckchen. Zunehmend achten die Kunden darauf, wie die Ware verpackt wird.
Anita Grieshaber vom Obstladen Haller in Peterzell packt Äpfel in ein Säckchen. Zunehmend achten die Kunden darauf, wie die Ware verpackt wird. | Bild: Roland Sprich

Edeka Haas

Auch an der Käsetheke im Supermarkt ist das Verpacken der Ware in mitgebrachte Schüsseln und Dosen kein Problem. "Es werden immer mehr Kunden, die ihre Dosen selbst mitbringen", sagt Maria Scherer, die die Käseabteilung leitet. Zudem achtet die Verkäuferin darauf, Käseprodukte nach Möglichkeit nur in Papier einzuwickeln.

Maria Scherer vom Edekamarkt packt ein Stück Käse in eine Papiertüte. Immer mehr Kunden achten darauf, dass der Käse umweltfreundlich verpackt wird.
Maria Scherer vom Edekamarkt packt ein Stück Käse in eine Papiertüte. Immer mehr Kunden achten darauf, dass der Käse umweltfreundlich verpackt wird. | Bild: Roland Sprich