Ist der "Rote Löwen" noch zu retten? Um diese Frage zu klären, hat der Gemeinderat jetzt einer Machbarkeitsstudie zugestimmt. Die Kosten hierfür belaufen sich auf rund 72 000 Euro.

Der St. Georgener Architekt und Bauforscher Stefan Blum hat dem Gremium bereits im Juni die Ergebnisse einer ersten Untersuchung vorgelegt. Bürgermeister Michael Rieger fasste während der Gemeinderatssitzung zusammen: "Der Zustand des Gebäudes ist alarmierend." Es wäre der Wunsch der Verwaltung, das markante Gebäude in der Stadtmitte zu sanieren und es danach einem sozialen Nutzungszweck zuzuführen. Dafür würde die Stadt Fördermittel des Landes bekommen. Um unliebsame Überraschungen während einer Sanierung zu vermeiden, soll vorab untersucht werden, ob die Substanz überhaupt noch erhalten werden kann.

Für eine tiefgründige Untersuchung muss das Gebäude geräumt und bis auf die Holzkonstruktion zurückgebaut werden. Ein Holzgutachter soll dann das Holz auf Schädlingsbefall untersuchen. Die Untersuchung der Tragfähigkeit des Dachstuhls sowie ein Schimmelgutachten müssen ebenfalls erstellt werden.

Als Zeitraum setzt die Verwaltung fest, dass die Arbeiten im September beginnen und bis Ende des Haushaltsjahres enden. Verlässliche Zahlen sollen in den Haushalt für das Jahr 2019 aufgenommen werden.

In den vergangenen Wochen haben sich die Ereignisse im Zusammenhang mit dem Roten Löwen überschlagen. Die Stadt kündigte den dort ansässigen vier Vereinen die Räumlichkeiten zunächst bis Mitte nächsten Jahres auf. Der Besuch durch einen Brandsachverständigen des Landratsamtes beendete die Nutzung dann überraschend abrupt. Bei einem Rundgang durch das marode Gebäude stellte dieser erhebliche Mängel fest, so dass den Vereinen das Betreten der Räume mit sofortiger Wirkung untersagt wurde. Daraufhin fühlten sich die Vereine zunächst überrumpelt. Inzwischen haben sie sich aber beruhigt und sehen ein, dass das Zutrittsverbot ihrer eigenen Sicherheit dient.