Das Insolvenzverfahren zur finanziellen Schieflage des Hotels Rosengarten ist nun eröffnet worden. Darüber informiert das Amtsgericht Villingen-Schwenningen in seiner Bekanntmachung. Bereits Ende März hatten die Verantwortlichen des Betriebs diesen Schritt beantragt. Zum Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Thorsten Schleich bestellt. „Die voraussichtlichen Kosten sind durch die vorhandene freie Masse gedeckt“, so heißt es in der Mitteilung.

Auslastung ist Problem

Hintergrund der Probleme des Betriebs ist die mangelnde Auslastung. Wie Thorsten Schleicht nach Bekanntwerden der kritischen Situation mitteilte, sei die Anzahl der Buchungen vor allem im Spätherbst und im Winter viel zu gering gewesen. Die Auslastung in den Sommermonaten hingegen sei ausreichend gewesen. Trotzdem habe sich aus dieser Konstellation ein Verlust ergeben.

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Verkauf eine Option

Um den Fortbestand zu gewährleisten, könnte ein Verkauf des Betriebs die Lösung sein. Diese Möglichkeiten werden derzeit geprüft. Erste Interessenten hätten sich bereits gemeldet. Sie alle haben die Absicht, den Betrieb weiterzuführen. Möglich soll das sein, weil sich mit dem Verkauf auch das Konzept und damit die Wirtschaftlichkeit des Betriebs verändern soll. Beispielsweise durch das Erschließen neuer Gäste-Zielgruppen. Es gelte nun, so Insolvenzverwalter Thorsten Schleich, diese Gespräche in den nächsten zwei Monaten zum Abschluss zu bringen. Überlegungen zur Veräußerung hatte es, so heißt es, bereits vor dem eigentlichen Insolvenzverfahren gegeben, regional und überregional.

Kündigungen noch kein Thema

Der Geschäftsbetrieb im Stockwald laufe derzeit unverändert weiter. Auch Kündigungen seien derzeit kein Thema. Rund 15 Angestellte seien momentan beschäftigt. Diese Anzahl habe sich seit Eröffnung kaum verändert. Die Hoffnung liege momentan darauf, dass das Hotel mit einem neuen Eigentümer weitergeführt werde.

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Eigentümer des Hotels Rosengarten ist ein algerischer Geschäftsmann, mit dem Thorsten Schleich noch nicht persönlich sprechen könnte. Bislang sei die Kommunikation ausschließlich über einen zuständigen Vertreter in Deutschland gelaufen. Das Vier-Sterne-Hotel ist erst im Jahr 2016 eröffnet worden. Seither sorgte es oft für Schlagzeilen, unter anderem wurde 2017 die gesamte Belegschaft ausgetauscht,als Grund wurde falsche Kalkulation genannt.

Schieflage auch bei Firma A. Maier

  • Schutzschirmverfahren: Zeitgleich zu den Schwierigkeiten des Hotels Rosengarten kriselt es derzeit auch beim St. Georgener Traditionsunternehmen A. Maier. Die Firma, die Standorte in der Innenstadt und in Peterzell betreibt, hat ein sogenanntes Schutzschirmverfahren beantragt.
  • Insolvenzplan in Arbeit: Das heißt, dass die Verantwortlichen des Unternehmens weiter die Kontrolle über das Handeln haben – anders, als bei einem normalen Insolvenzverfahren. In dieser Konstellation wird derzeit ein Insolvenzplan erarbeitet, der das Unternehmen in ein ruhiges Fahrwasser bringen soll.
  • Ursache Bestellrückgang: Auslöser der finanziellen Probleme bei A. Maier ist ein massiver Bestellrückgang, der mit der Situation der kriselnden Automobil-Branche zusammenhängt.