Ein weiterer Schritt ist getan. Der Gemeinderat hat sich am Mittwoch mit den Voruntersuchungen für die Innenstadtsanierung beschäftigt und weitere Beschlüsse gefasst. Unter anderem legte das Gremium die Abgrenzung für das Sanierungsgebiet fest.

Das könnte Sie auch interessieren
  1. An welchem Punkt steht die Innenstadtsanierung nun? Für St. Georgens Großprojekt, die sogenannte "Sanierung V – Treffpunkt Innenstadt", sind mit den "Vorbereitenden Untersuchungen" die rechtlichen Voraussetzungen für die Umsetzungsphase geschaffen. Diese Maßnahme dient dazu, das Sanierungsgebiet genau festzulegen und die städtebaulichen Defizite offenzulegen. Auch wurden Privateigentümer und Anwohner im Sanierungsgebiet befragt. Diese Schritte sind unter anderen auch deshalb notwendig, weil die Stadt auf Grundlage dieses Gutachtens Fördergelder beantragen kann. Das Ende des Sanierungszeitraums ist auf April 2029 festgelegt.
  2. Wann beginnen die einzelnen Sanierungsmaßnahmen? Weil sich sämtliche Maßnahmen über viele Jahre ziehen, sind Prognosen derzeit noch schwammig. "Wir müssen uns immer auf das nächste Projekt konzentrieren", sagt Stadtbaumeister Alexander Tröndle. Und dabei dürfe man trotzdem den Überblick nicht verlieren. Für dieses Jahr geplant ist der Abriss des Gebäudes "Am Markt 1". Hier wird später die neue Tiefgaragen-Zufahrt entstehen. Zudem laufen bereits 2019 die Planungen für die Sanierung des "Roten Löwen" – umgesetzt werde sie im Idealfall im kommenden Jahr, so der Stadtbaumeister. Vorausgesetzt, der Förderantrag der Stadt wird bewilligt. Im Anschluss daran beginnen im Jahr 2021 die Sanierungen von Tiefgarage und Marktplatz. Parallel könne man die Rathaussanierung bereits planen, in die Umsetzung könnte der Umbau dann 2022 oder 2023 gehen.
  3. Zu welchem Ergebnis kamen die Voruntersuchungen? St. Georgen hat Mängel in fast allen Belangen. "Das Ortsbild wird stark durch die sanierungsbedürftigen Fassaden aus den 70er-Jahren mit wenig attraktiver, inzwischen überformter Architektursprache geprägt", heißt es in dem Bericht, den die Stadtentwicklung GmbH (Steg) verfasst hat. Auch die bauliche Substanz aller Gebäude wurde betrachtet. "Dabei wurde festgestellt, dass die meisten Gebäude bauliche Mängel haben", so heißt es im Ergebnis der Voruntersuchungen. Auch die Aufenthaltsqualität fehle der Stadt. Das Fazit der Steg: "Die sozialen und kulturellen Aufgaben eines Zentrums als Treffpunkt und Veranstaltungsort mit hoher Aufenthaltsqualität und Angeboten für alle Generationen erfüllt die Innenstadt nicht mehr, sodass ein Miteinander im öffentlichen Raum kaum mehr stattfindet." Hinzu komme ein zu hohes Verkehrsaufkommen, die mangelnde Gestaltung der Grünflächen und Straßenräume und die fehlende Barrierefreiheit. Auch die Qualität der Einzelhändler nehme ab, so das Gutachten.
  4. Was hängt noch an dem Großprojekt? Zur Innenstadtsanierung gehören auch private Sanierungsmaßnahmen im festgelegten Gebiet, die ebenfalls gefördert werden. Diese werden mit bis zu 25 Prozent unterstützt, bis zu einem Betrag von 50 000 Euro. Die Mindestinvestition liegt bei 20 000 Euro. Für ortsbildprägende Gebäude gilt ein höherer Satz von bis zu 70 000 Euro beziehungsweise 35 Prozent. Da sich durch die Investitionen der Stadt auch der Wert der Grundstücke erhöht, müssen die Eigentümer die sanierungsbedingte Bodenwerterhöhung bezahlen. Zudem werden die Haupt-, Gerwig- und Gewerbehallestraße saniert. Das komme jedoch erst am Ende an die Reihe, so Tröndle.
  5. Wird es private Investitionen geben? Die Rücklaufquote auf die verschickten Fragebögen war eher gering. Lediglich 15 Prozent der angeschriebenen Personen im Sanierungsgebiet habe sich gemeldet. "Das ist eine enttäuschende Quote", sagt Alexander Tröndle dazu. Zwar gebe es einige Eigentümer, die sich auch engagieren wollen, trotzdem bleibe die Hoffnung, dass noch einige interessierte Privateigentümer hinzukommen. Der Stadtbaumeister rechnet damit, dass sich viele Bürger erst dann wirklich mit der Stadtsanierung befassen, wenn sie konkret sichtbar wird oder Einschränkungen mit sich bringt.
  6. Wie läuft die Finanzierung? Die Kassenlage ist noch gut. Das wird sich wegen der anstehenden Aufgaben allerdings schnell ändern. Bei der Stadtsanierung geht es um ein Investitionsvolumen von insgesamt gut 30 Millionen Euro. Die Stadt musste eine sogenannte Eigenfinanzierungserklärung abgeben und kann nun, Schritt für Schritt, weitere Aufstockungsanträge stellen, um an Fördergelder zu kommen. Die Quote liegt hier in der Regel bei 60 Prozent.