Bisher war es eine Befürchtung, jetzt scheint es Gewissheit: Die Brigach ist zwischen Stockburg und St. Georgener Brudermoos praktisch tot. Bei einer Elektrobefischung durch einen Fachmann des Landesfischereiverbandes gestern Nachmittag wurde in dem abgefischten Gewässer zwischen Rauer Weg in Stockburg und Brudermoos in St. Georgen praktisch kein Fischbestand festgestellt.

Klaus Lachner, Vorsitzender des St. Georgener Angelvereins, ist schockiert. „Eine Katastrophe“, sagte er angesichts des Ergebnisses der Elektrobefischung. Genau in dem Bereich, in dem der Angelverein im Frühsommer 2015 ungefähr 25 000 junge Forellen eingesetzt hat, um das Gewässer nach dem großen Fischsterben 2013 wieder zu beleben, ist keine einzige Forelle feststellbar.

Zunächst hegte Klaus Lachner noch etwas Hoffnung, als im Bereich Rauer Weg in Stockburg einige wenige Fische festgestellt werden konnten. Doch an weiteren stichprobenartig ausgesuchten Standorten im unmittelbaren Bereich der Kläranlage in Peterzell, in Höhe des Sägewerks Burgbacher und auf Höhe eines Recyclingunternehmens blieb der Elektrokescher des Gewässerspezialisten leer. Lediglich einige winzige Döbel, die sich naturgemäß in dem Gewässer aufhalten, konnten festgestellt werden.

Bis gestern Abend konnten Klaus Lachner und Ingo Kramer sowie ein weiterer Gewässerspezialist nicht abschließend klären, ab welchem Bereich genau das große Fischsterben einsetzt. Eine Überprüfung des Mühlbachs in Peterzell, der im Bereich der Sängerhalle ebenfalls in die Brigach mündet, hat zumindest ergeben, dass dieser Bachlauf vom massiven Fischtod derzeit nicht betroffen ist.Wie Lachner betonte, steht er in engem Informationsaustausch mit Bürgermeister Michael Rieger, der den Anglern seine volle Unterstützung zugesichert habe. Der Angelvereinsvorsitzende wiederholte gestern die mögliche Schadenshöhe von bis zu 20 000 Euro. Die könne der Verein, der Pächter des Gewässers ist, aus eigener Kraft nicht aufbringen.