Sie rollten Feuerwehrschläuche aus, bauten in bester Zimmermannmanier einen Dachstuhl zusammen und führten eine Operation am offenen Herzen durch – den Teilnehmern der Kinderuni wurde gestern jede Menge abverlangt. Selbstverständlich rein virtuell. Die Kinderuni war zu Gast bei der Firma Imsimity im Technologiezentrum und die Kinder tauchten dort ganz tief in virtuelle und erweiterte Welten ein.

Im Virtual Dimension Center, dort, wo normalerweise die IT-Spezialisten virtuelle Welten schaffen und Simulationen für die unterschiedlichsten Anwendungen entwickeln, durften 36 Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 14 Jahren gestern virtuelle Realitäten studieren. „Die Teilnehmer kommen von überall her. Natürlich aus Furtwangen und Umgebung, aber auch von der Baar, aus der Schweiz und aus dem Elsass“, sagte Damaris Gutekunst.

Sie hat die Kinderuni vor zehn Jahren als Teil des Furtwanger Stadtmarketings ins Leben gerufen. Eine Woche lang bekommen die Teilnehmer, die sich für Forschung und Entwicklung begeistern, einen Einblick in das Studentenleben.

Alles geht mit einem Klick

Die Teilnehmer der Kinderuni sind virtuell als Bauarbeiter zugange.
Die Teilnehmer der Kinderuni sind virtuell als Bauarbeiter zugange. | Bild: Sprich, Roland

Mit Spezialbrillen ausgerüstet fanden sich die Teilnehmer etwa auf einer Baustelle, wo es darum ging, den Dachstuhl eines Gebäudes aufzustellen. Da ohne Schutzausrüstung auch auf der virtuellen Baustelle nichts geht, musste der junge Bauarbeiter erst einmal den Helm aufsetzen. Ein Klick mit dem Zeigegerät auf einen Helm und dieser saß auf dem virtuellen Kopf. Im Verlauf der Simulation mussten die Bauarbeiter Kräne dirigieren und Wände einfügen.

Kinderuni-Teilnehmer Jonas zielt mit dem Tablet auf das T-Shirt, daraufhin öffnet sich ein Programm, das die inneren menschlichen Organe zeigt.
Kinderuni-Teilnehmer Jonas zielt mit dem Tablet auf das T-Shirt, daraufhin öffnet sich ein Programm, das die inneren menschlichen Organe zeigt. | Bild: Sprich, Roland

Jonas aus Gutmadingen unternahm eine Reise durch den menschlichen Körper. Dazu richtete er sein Tablet auf ein T-Shirt, auf dem spezielle Marker aufgedruckt waren. Jeder Marker stand für ein bestimmtes Organ. Erkannte die Software auf dem Tablet den Marker, öffnete sich auf dem Bildschirm ein Programm, mit dem die inneren Organe erkundet werden konnten. „Das wäre cool, wenn wir das an unserer Schule hätten“, fand Jonas. als „ewiger Jungstudent“ nahm er bereits zum dritten Mal an der Kinderuni teil.

Barbara Zimmermann von der Imsimity GmbH, war begeistert vom Interesse der Kinderuni-Teilnehmer. Sie sah deutliche Unterschiede im Umgang der Kinder mit den Medien. „Man merkt, wer an der Schule bereits mit dem Thema Informationstechnologie in Berührung kam und für wen dies noch völliges Neuland ist.“

Wier spricht man Virtual Realty aus? Barbara Zimmermann hilft mit dem Memoryspiel. "Wörtschuäl riäliti" ist die richtige Aussprache.
Wier spricht man Virtual Realty aus? Barbara Zimmermann hilft mit dem Memoryspiel. "Wörtschuäl riäliti" ist die richtige Aussprache. | Bild: Sprich, Roland

Um die Kinder mit den gängigen Begriffen vertraut zu machen, gab es ein Kreuzworträtsel mit IT-Begriffen. Beim Memory mussten die Kinder die englischen Begriffe der deutschen Aussprache zuordnen. Es stellt sich als gar nicht so einfach heraus, darauf zu kommen, welcher englische Originalbegriff eigentlich zum Wort „wörtschuäl riäliti“ auf der Karte gehört.