Am Tag der offenen Tür in der Künstlerresidenz Friedrichstraße 5a bestaunen die Besucher die Exponate. Hier wird das Werk Waterfront Series von Sascha Brosammer begutachtet.
Am Tag der offenen Tür in der Künstlerresidenz Friedrichstraße 5a bestaunen die Besucher die Exponate. Hier wird das Werk Waterfront Series von Sascha Brosammer begutachtet.

St. Georgen – Die Künstlerresidenz in der Friedrichstraße 5a ist ein sprudelnder Quell der Kreativität. Die elf Künstler und Mitglieder des künftigen Vereins Global Forest beschäftigen sich mit Themen wie Klangspiele und Robotertechnologie. Am vergangenen Sonntag luden die Residenten zu einem Tag der offenen Tür ein. Zahlreiche Besucher kamen daher mit staunenden Augen, um die verschiedensten Performances und Objekte zu begutachten und zu erfahren.

Viele der Künstler waren selbst vor Ort und konnten die verschlungenen Gedankengänge hinter den Objekten erläutern. Sascha Brosamers "Waterfront Series" beispielsweise sind Schellackplatten-Abgüsse aus Epoxidharz. Aus gefundenen Plastik-Abfällen wählte Sascha Brosamer ein spezifisches Stück aus und goss es in transparentes Epoxidharz.

In die Oberfläche schrieb er mit der Rillenstruktur einen Song ein, den er subjektiv mit dem Fundort, dem Finder oder dem Fundstück assoziierte. Was am Fundort als Müll galt, wertet Brosamer in der Künstlerresidenz zum Kunstwerk auf.

Auf der Klang-Couch können sich die Besucher einen Eindruck vergangener Klang-Performances in der St. Georgener Künstlerresidenz machen. Bilder : Kirsten Strötgen
Auf der Klang-Couch können sich die Besucher einen Eindruck vergangener Klang-Performances in der St. Georgener Künstlerresidenz machen. Bilder : Kirsten Strötgen

In unregelmäßigen Abständen veranstaltet der Global Forest Verein zudem diskursive Veranstaltungen rund um das Thema Klang, auch um auszuloten, in welcher Bandbreite künstlerisch mit Klang umgegangen werden kann. In der eigens für diese Zwecke konzipierten Klang-Couch konnten sich die Besucher einen Eindruck vergangener Klang-Performances machen.

Attraktiver Höhepunkt waren ohne Zweifel auch die Klang-Konzerte, wobei ein Konzert komplett im Dunkeln stattfand. Bei einem anderen Konzert waren die Besucher Teil der Performance, da sie sich mit ihrem eigenen Smartphone in das Netz der Künstlerresidenz einloggen konnten und die Musikwiedergabe über das eigene Gerät erfolgte.

Olsens Chefsessel mit Ventilator an der Rückseite trägt den Titel Düsen nach Jägerart. Sobald sich der Ventilator dreht, dreht sich die gesamte Apparatur und beginnt im Raum zu tanzen.
Olsens Chefsessel mit Ventilator an der Rückseite trägt den Titel Düsen nach Jägerart. Sobald sich der Ventilator dreht, dreht sich die gesamte Apparatur und beginnt im Raum zu tanzen.

Die Künstlerresidenz sieht sich selbst als Begegnungsstätte und will in einen offenen Dialog mit allen Besuchern treten. "Jeder Interessierte ist herzlich willkommen, jederzeit bei uns vorbeizuschauen", erklärte Künstlerin Lisa Schlenker.