Jeder von uns kennt sie: diese Menschen, die einfach immer das letzte Wort haben wollen. Sie haben wahrscheinlich auch so jemanden im Verwandten- oder Bekanntenkreis – oder gehören Sie vielleicht sogar selbst zu dem Typ Mensch, der am Ende jeder Diskussion grundsätzlich noch eins draufsetzen will? So etwas artet dann schnell mal in den Klassiker der endlos-Debatten aus: "Nein." – "Doch." – "Nein." – "Doch." Und so weiter, Sie wissen schon.

Das Gegenüber hat keine Chance

Es gibt sogar Menschen, die diesen Drang danach, unbedingt das letzte Wort haben zu müssen, wirklich auf die Spitze treiben. Zum Beispiel jene, die noch schnell einen Satz herausbrüllen und dann einfach weglaufen. Fragt sich nur, wie befriedigend dieser verbale Triumph letztlich wirklich ist, wenn er dadurch errungen wurde, dass dem Gegenüber gar keine Chance für eine Reaktion gelassen wurde.

QR-Codes auf Grabsteinen gibt es schon seit einigen Jahren. (Symbolbild)
QR-Codes auf Grabsteinen gibt es schon seit einigen Jahren. (Symbolbild) | Bild: Henning Kaiser/dpa

QR-Code auf dem Grabstein

Narzisstischer geht es nicht, denken Sie? Oh doch, denn neuerdings reicht es dem Einen oder Anderen nicht einmal mehr, bis zu seinem letzten Atemzug mitzureden. Sogar über den Tod hinaus besteht bei so manchem offenbar das Bedürfnis, die eigenen Weisheiten, Ansichten oder Ideale unters Volk zu mischen. So hat zum Beispiel der Fernsehmoderator und Wissenschaftsjournalist Jean Pütz jüngst verlauten lassen, dass er nach seinem Ableben weiter zu seinen Mitmenschen sprechen will. Mittels QR-Code auf dem Grabstein. "Wenn Sie ihn mit dem Smartphone erfassen, lädt ein Video, das ich noch aufnehmen werde, bevor ich abkratze", sagte der 82-Jährige einem Apothekenmagazin. Klar, warum sollte man sich auch von so einer Kleinigkeit wie dem eigenen Tod davon abhalten lassen, seinen treuen Fans noch einen letzten Gruß mitzuteilen?

Schlusspointe in Stein gemeißelt

Und auch wenn es nicht jedermanns Sache ist, gehören auch immer häufiger humorvolle Sprüche zu den Grabsteininschriften, die auf Friedhöfen zu finden sind. "Schau nicht so, ich läge jetzt auch lieber woanders", "Ich bin dann mal weg" oder "Wir seh'n uns" zum Beispiel. Kleine letzte Scherze. Und eine clevere Taktik für jeden, der schon zu Lebzeiten immer das letzte Wort haben wollte. Denn die Leser solcher in Stein gemeißelter Schlusspointen sind sicher erst mal eine Weile sprachlos.