Werkskantine, Bürgermeistervereidigungen, Comedy und Kabarett: Die Bühne im heutigen Theater im Deutschen Haus hat in den vergangenen Jahrzehnten viel erlebt. Jetzt ächzt und stöhnt sie unter der Last der Beanspruchung und muss dringend saniert werden.

Ute Scholz zeigt auf einen breiten Spalt im Bühnenboden.
Ute Scholz zeigt auf einen breiten Spalt im Bühnenboden.

Knarrende Dielen und klaffende Lücken zeugen vom Alter der Theaterbühne. Der Lack ist im wahrsten Sinne ab. "Ich schätze, dass die Bühne rund 100 Jahre alt ist", sagt Ute Scholz, Geschäftsführerin des Vereins Puppen- und Theaterbühne. Das kann hinkommen, wenn man davon ausgeht, dass die Bühne in der Anfangszeit des 1896 gebauten Gebäudes entstanden ist. Abschleifen und frisch lackieren helfe hier laut Expertenmeinung nicht mehr. Deshalb hat sich der Verein entschlossen, die Bühne während der Sommerpause komplett zu erneuern.

Der Lack ist ab auf der Bühne des Theaters im Deutschen Haus. Deshalb müssen die Bretter, auf denen schon viele große und kleine Persönlichkeiten gestanden haben, erneuert werden.
Der Lack ist ab auf der Bühne des Theaters im Deutschen Haus. Deshalb müssen die Bretter, auf denen schon viele große und kleine Persönlichkeiten gestanden haben, erneuert werden.

"Wir werden den kompletten Holzaufbau neu machen. Der Unterbau kann hoffentlich erhalten bleiben", beschreibt Ute Scholz die geplanten Maßnahmen. Um den alten Boden zu entfernen, müssen ein Teil der Traversen, an denen die Bühnenscheinwerfer montiert sind, sowie Teile der Vorhangaufhängung zunächst abmontiert werden. Bei der Gelegenheit soll auch die Bühnenelektrik überprüft und modernisiert werden. Ein Blick hinter die Bühne, der dem Theaterbesucher normalerweise verwehrt bleibt, zeigt, dass noch alte Seilzüge und mechanische Einrichtungen vorhanden sind, die irgendwann stillgelegt wurden.

Finanziell ist die Erneuerung der rund 30 Quadratmeter großen Bühne ein Kraftakt für den kleinen Verein, der allein aus den Einnahmen von Mitgliedsbeiträgen und den Veranstaltungen wohl nicht finanzierbar wäre. "Wir haben einen Antrag auf Zuschuss vom Land gestellt, aber der größte Teil muss aus Eigenmitteln und Spenden finanziert werden", so Scholz. Weshalb investiert der Verein so viel Geld in ein Mietobjekt? "Wenn dadurch diese gesellschaftlich-kulturelle Einrichtung weiterhin bestehen kann, ist es uns das wert", braucht Ute Scholz nicht lange zu überlegen.

Der letzte Künstler, der noch auf der alten Bühne sein Gastspiel geben wird, ist Rolf Miller am 23. Juli. Die erste Veranstaltung auf neuer Bühne bleibt dann jenen vorbehalten, die das Bühnenbauprojekt mit einer Spende unterstützen: "Speziell für diese Unterstützer wird es im September eine exklusive Veranstaltung geben", so Ute Scholz.