St. Georgen – Wer am Sonntag auf den Straßen in und um St. Georgen unterwegs war, konnte sich in vergangene Jahrzehnte zurückversetzt fühlen. Längst von den Straßen verschwundene Fahrzeugmodelle und -Marken tauchten plötzlich im Rückspiegel auf oder fuhren vor einem her. Alle dieser Karossen hatten ein Ziel: das Museumsfest beim Forum am Bahnhof, inklusive großer Oldtimerschau.

Hunderte Besucher strömen am Sonntag zum Museumsfest beim Forum am Bahnhof. Mit mehr als 200 historischen Fahrzeugen war die Oldtimerschau so groß wie noch nie beim Museumsfest.
Hunderte Besucher strömen am Sonntag zum Museumsfest beim Forum am Bahnhof. Mit mehr als 200 historischen Fahrzeugen war die Oldtimerschau so groß wie noch nie beim Museumsfest. | Bild: Roland Sprich

Mit mehr als 200 historischen Fahrzeugen, die zum Teil eine Anreise von bis zu 100 Kilometern in Kauf nahmen – was für die betagten Vehikel eine beachtliche Leistung war –, war die Oldtimerschau in Verbindung mit dem Museumsfest so groß wie nie. Ebenso groß war der Besucheransturm.

Wahre Schätze bestauen die Besucher beim Museumsfest. Von liebevoll restauriert bis charaktervoll war alles dabei.
Wahre Schätze bestauen die Besucher beim Museumsfest. Von liebevoll restauriert bis charaktervoll war alles dabei. | Bild: Roland Sprich

Was einen Motor unter der Haube und schon ein paar Jahrzehnte auf dem Karosseriebuckel hatte, wurde bei der Oldtimerschau gezeigt. Viele der mehreren hundert Besucher wurden durch die Young- und Oldtimer an ihre eigene Jugend erinnert. Bei so manchem rief der Anblick eines solchen Fahrzeugs Erinnerung an Ferien in Kindheitstagen hervor, als die ganze Familie samt Gepäck für 14 Tage Adria in einem kleinen Fiat Platz hatte. „Wie haben wir das damals bloß gemacht?“, fragte sich so mancher angesichts der begrenzten Platzkapazität.

Platz auf kleinstem Raum. Wie sehr sich die BMW Isetta abmühen muss, um den Miniwohnwagen zu ziehen, ist nicht bekannt.
Platz auf kleinstem Raum. Wie sehr sich die BMW Isetta abmühen muss, um den Miniwohnwagen zu ziehen, ist nicht bekannt. | Bild: Roland Sprich

Andere Besucher richteten ihr Augenmerk auf die technischen Details oder in welchem Zustand die Besitzer ihre Fahrzeuge präsentierten. Hier gab es alles zu sehen, von liebevoll restaurierten Schätzen, die genauso gut gerade erst vom Fließband gerollt sein könnten, bis zu charakterstarken Boliden, die schon Patina angesetzt haben, an der sich anhand abgewetzten Sitzpolstern, abgegriffenem Lenkrad und schon mattem Lack ein langes und aufregendes Autoleben ablesen ließ. Neben Automobilen und Nutzfahrzeugen gab es auch Motorräder zu sehen.

Schlicht. Das Cockpit eines Oldtimers, alles wichtigen Funktionen werden angezeigt.
Schlicht. Das Cockpit eines Oldtimers, alles wichtigen Funktionen werden angezeigt. | Bild: Roland Sprich

Beim Rundgang durch das Museumsabteil konnten die Besucher auch verschiedene Modelleisenbahnen in Aktion erleben. Oder zwei Damen des Trachtenvereins über die Schulter schauen, wie aufwändig ein original Schäppelkragen entsteht. Musikalisch gestaltete das Programm zunächst die Hasenstallkapelle, eine Abordnung der Guggenmusik Bloos-Arsch aus Peterzell. Später nahmen Gam’s n Rosslers musikalisch den Faden auf und versetzten die Zuhörer mit ihren Rockklängen passend in die Oldtimerzeit zurück. Dazu gab es passend eine Tanzshoweinlage im Petticoat.