Es ist eine Entwicklung, die wohl die meisten gar nicht mehr für möglich gehalten hätten. Erstmals seit mehr als 30 Jahren werden in diesem Jahr die Umsatzerlöse durch den Verkauf von Schalltplatten voraussichtlich wieder höher sein als die, die mit CDs erzielt werden. Diese Prognose stellte der Verband der Musikindustrie Anfang dieser Woche.

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Dass daran auch die Bergstadt ihren Anteil hat, ist heute längst nicht mehr allen St. Georgenern bewusst – und das, obwohl die Alfred Fehrenbacher GmbH jährlich zwischen 15 000 und 20 000 Plattenspieler auf der Seebauernhöhe produziert. Einen Großteil davon unter dem klangvollen Markennamen Dual. Seit Oktober, und nach dem Tod von Alfred Fehrenbacher Ende 2018, der bis zuletzt mitgestaltete, liegt die Leitung in den Händen von Andreas Laux.

Carola Obergfell ist eine der Angestellten und justiert gerade die Automatik des Tonarms.
Carola Obergfell ist eine der Angestellten und justiert gerade die Automatik des Tonarms. | Bild: Ganter, Patrick

Im Gespräch mit dem SÜDKURIER spricht Laux, der schon früh selbst an alten Plattenspielern herumbastelte, über den Aufschwung in der Plattenspieler-Industrie und seine Pläne, Dual wieder bekannter zu machen. „Wir wollen Dual wieder stärker in das Stadtleben integrieren“, sagt er. Sein Unternehmen sieht er dabei auf einem guten Weg. „Wir arbeiten gerade daran, den Markt in den USA zu erschließen“, erklärt der Geschäftsführer. Daran gehindert wurden er und seine Kollegen bisher dadurch, dass sie nicht alleiniger Rechte-Inhaber am Markennamen „Dual“ sind. Es gebe, so Laux, je einen weiteren Rechteinhaber in Bayern und Korea.

Made in St. Georgen: Der Dual CS 600-Plattenspieler. Das Top-Modell aus der Fertigung der Alfred Fehrenbacher GmbH.
Made in St. Georgen: Der Dual CS 600-Plattenspieler. Das Top-Modell aus der Fertigung der Alfred Fehrenbacher GmbH. | Bild: Ganter, Patrick

„So erklärt es sich auch, dass sie manche Geräte mit dem Markennamen Dual bei Discountern finden“, sagt Laux. Die St. Georgener Produkte seien an dem Kürzel „CS“ zu erkennen, das schon die früheren Dual-Plattenspieler kennzeichnete – schließlich sollen sie auch in dieser Tradition stehen. Die Wertschöpfung liege bei bis zu 90 Prozent in St. Georgen. Jede Menge der alten technischen Zeichnungen und Werkzeuge lagern bei seiner Firma.

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Andreas Laux blickt optimistisch in die Zukunft und rechnet mit einem weiteren Verkaufsanstieg. „Es war noch nie so einfach, jemanden vom Vinyl-Klang zu überzeugen.“